Österreich

Lawine: Jugendlicher starb vor Augen des Vaters

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:31

Vier Skitourengeher sind Dienstagmittag in Lech am Arlberg von einer Lawine überrascht worden. Laut Angaben der Gemeinde konnte ein Jugendlicher nur mehr tot aus den Schneemassen geborgen werden, obwohl der Rettungshubschrauber sofort zur Stelle war. Sein Vater und der Skiführer konnten gerettet werden. Der zweite Sohn blieb unverletzt. .

Vier Skitourengeher sind Dienstagmittag in Lech am Arlberg von einer Lawine überrascht worden. Laut Angaben der Gemeinde konnte ein Jugendlicher nur mehr tot aus den Schneemassen geborgen werden, obwohl der Rettungshubschrauber sofort zur Stelle war. Sein Vater und der Skiführer konnten gerettet werden. Der zweite Sohn blieb unverletzt.

Die vierköpfige Gruppe aus England - der Vater mit seinen zwei Söhnen und ihr Skiführer - waren im Bereich Madloch - Fauler Stock im freien Skigelände unterwegs, als sich gegen 13.15 Uhr eine Lawine löste. Drei der Skitourengeher wurden verschüttet. Der Vater und der Skiführer waren rasch gerettet, für einen der Söhne kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Krisenintervention betreute Gruppe

Zur Betreuung der Angehörigen wurde das Kriseninterventionsteam eingeschaltet. An der Suchaktion waren neben der Pistenrettung und der Bergrettung Lech auch zwei Hubschrauber beteiligt.

Zum Unglückszeitpunkt herrschte in Lech am Arlberg Lawinenwarnstufe 1, also geringe Gefahr. Andreas Pecl von der Landeswarnzentrale erinnert daran, dass sich auch bei Stufe 1 durchaus heikle Situationen ergeben können, etwa aufgrund der Höhe, wegen des steilen Geländes oder durch Verwehungen. Wintersportler müssten Gefahrenstellen individuell an Ort und Stelle prüfen.

Warnzentrale prüft Fall

Den aktuellen Fall könne er nicht beurteilen, man wolle sich die Situation an der Unglücksstelle aber in den nächsten Tagen genauer ansehen.

Unfall von Prinz Friso noch in Erinnerung

Erst im Februar 2012 sorgte der für Schock im noblen Skiort am Arlberg. Friso hatte mit einem befreundeten einheimischen Hotelier einen Hang abseits des gesicherten Skiraums in Richtung Zugertobel befahren. Die Lawinengefahr war an diesem Tag mit Stufe 4 angegeben. Dabei löste sich ein 30 Meter breites und 40 Meter langes Schneebrett aus. Während sein Begleiter noch einen Lawinenairbag auslösen konnte und so an der Oberfläche blieb, wurde Friso, der nur einen Lawinenpiepser bei sich hatte, verschüttet.

Obwohl der Begleiter sofort den Rettungsdienst alarmierte und ohne Hilfsmittel zu graben begann, war Friso für 23 Minuten in 40 cm Tiefe verschüttet. Er wurde 50 Minuten lang reanimiert. Bis zum 12. August 2013 lag Friso im Koma und verstarb schließlich im Schluss Huis ten Bosch in Den Haag.

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