Lebenden Pferden werden Ohren als Trophäe abgeschnitten

Seit Anfang des Jahres wurden immer wieder Fälle von misshandelten Pferden bekannt.
Seit Anfang des Jahres wurden immer wieder Fälle von misshandelten Pferden bekannt.FB Protection Animale
Nach zahlreichen Pferdemisshandlungen ist in Frankreich ein Verdächtiger festgenommen worden. Aufatmen können die Pferdebesitzer aber noch nicht.

Hat der Schrecken für Pferdebesitzer in Frankreich nun ein Ende? Seit Anfang des Jahres wurden immer wieder Fälle von misshandelten Pferden bekannt. Nun ist ein Mann im an Deutschland grenzenden Département Haut-Rhin festgenommen worden, berichtete der Radiosender "France Bleu" unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft. Demnach wurde der Mann verdächtigt, Ende August in Villefranche-Saint-Phal im südlich von Paris liegenden Département Yonne ein Pferd und zwei Ponys misshandelt zu haben. Die Polizei hatte zuletzt nach zwei Angreifern gesucht und ein Phantombild eines Verdächtigen veröffentlicht.

Dem Bericht zufolge hatten zwei Personen Tiere auf der Weide einer Ranch angegriffen und auch den durch das Bellen seines Hundes alarmierten Besitzer verletzt, bevor sie flohen.

"Ich lebe in Angst"

Pferdebesitzer atmen noch nicht auf. "Solange es keine offizielle Bestätigung gibt, lebe ich immer noch in Angst", sagt ein Tierhalter zu "Europe1".

Der Pferdebesitzer Nicolas Damejean sagt: "Ich lebe in Angst. Nachts habe ich Freiwillige, die Runden machen."

Bereits seit Anfang des Jahres wurden Angriffe auf Pferde in unterschiedlichen Teilen Frankreichs registriert. Im Sommer hätten diese noch weiter zugenommen, hieß es im Radiobericht. Der nun festgenommene Verdächtige sei wegen Tiermissbrauchs deutschen Behörden bekannt, berichtete die Nachrichtenplattform "Franceinfo" in Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

Insgesamt seien in 153 Fällen der Verstümmelung von Tieren in mehr als der Hälfte aller französische Départements Ermittlungen eingeleitet, sagte Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin. In gut 30 Fällen seien die Verletzungen "extrem gewalttätig" zugefügt worden, so Darmanin. Der Innenminister rief Pferdebesitzer dazu auf, ruhig zu bleiben und keine Selbstjustiz zu betreiben.

Auch am Wochenende war von mehreren Vorfällen der Verstümmelung berichtet worden.
Auch am Wochenende war von mehreren Vorfällen der Verstümmelung berichtet worden.
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"Barbaren haben mein Pferd an einen Baum gebunden"

So sei mehreren Pferden das rechte Ohr abgeschnitten worden. "Euronews" vermutet, dass die Täter das Ohr als Trophäe mitnahmen. Eine Pferdehalterin schildert auf der Facebook-Seite "Protection Animale", wie die Täter vorgegangen sind.

"Diese Barbaren haben meinem Pferd ein Halfter angezogen und es an einen Baum gebunden."

Dann hätten die Täter auf das Tier eingestochen. Zum Glück habe sich ihr Pferd losreißen können.

Auch am Wochenende war von mehreren Vorfällen berichtet worden. Im Burgund suchten Sicherheitskräfte nach zwei Menschen, die ein Pferd Berichten zufolge auf einer Weide verletzt haben sollen. Im Département Cantal im Zentralmassiv sei am Wochenende eine Stute tot und verstümmelt aufgefunden worden, hieß es weiter. Dem Tier habe unter anderem ein Ohr gefehlt. Vor dem Hintergrund derartiger Vorfälle im ganzen Land seien Pferdehalter aufgefordert worden, die Sicherheitskräfte zu rufen und nicht selbst einzuschreiten, falls Tiere zu Schaden kommen.

Auch in Deutschland Fälle

Auch in Deutschland meldeten Pferdebesitzer zuletzt Angriffe auf ihre Tiere. Etwa in der Rhein-Neckar-Region wurden mehrere Stuten und Fohlen teils schwer verletzt, ein Tier musste eingeschläfert werden.

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