"Lebensaufgabe!" Bresnik schmerzt Thiem-Aus

Dominic Thiem beendete die langjährige Zusammenarbeit mit Günter Bresnik 2019.
Dominic Thiem beendete die langjährige Zusammenarbeit mit Günter Bresnik 2019.(Bild: GEPA-pictures.com)
Günter Bresnik spricht über sein Zerwürfnis mit Dominic Thiem und blickt auf "blöde Aussagen" zurück, die das Verhältnis belastet haben.

Im Vorjahr kam es zwischen Günter Bresnik und Dominic Thiem zum Bruch. Der langjährige Trainer und sein Schützling gingen getrennte Wege. Der Lichtenwörther stieg unter seinem neuen Trainer Nicolas Massu zur neuen Nummer drei der Welt auf. Die Trennung hinterließ tiefe Risse in der Beziehung zwischen Bresnik und dem Team Thiem.

In den letzten Monaten richteten sich der 59-Jährige und sein ehemaliger Schützling die eine oder andere "Nettigkeit" aus. Auch Vater Wolfgang Thiem mischte mit. Im Frühjahr 2020 tätigte Bresnik im Interview mit der "APA" Aussagen, die das Verhältnis mit den Thiems endgültig und nachhaltig belasten. Ohne ihn wäre Thiem heute nur ein Futurespieler, sein Vater ein unterklassiger Trainer, sagte er sinngemäß. Eine Aussage, auf die beide erbost reagierten. "Da war die blöde Geschichte mit dem Interview, in dem ich ihn als Futurespieler bezeichnet habe. Das sind Geschichten, die natürlich das Verhältnis nicht verbessern", gibt Bresnik aktuell im Interview mit der "Krone" zu.

"Ich habe das definitiv gesagt. Wie die Karriere verlaufen wäre, wenn das alles nicht so gelaufen wäre, das steht in den Sternen. Solche Geschichten sind auf keinen Fall für die Öffentlichkeit bestimmt. Aber hin und wieder lasse ich mich zu so blöden Aussagen schon hinreißen", gibt er sich einsichtig.

Bresnik rätselt über Gründe für Bruch

Warum es zu solchen Aussagen kam, lässt er ebenfalls durchblicken: "Dass mir die Geschichte mit dem Dominic wehtut, ist klar. Das ist quasi eine Lebensaufgabe für mich gewesen. Sehr schwer für mich ist auch der Verlust von Wolfgang, der nicht nur ein Trainer für mich war sondern ein langjähriger Freund."

Bresnik macht sich Gedanken über einen möglichen Auslöser des Bruchs: "Es mag für den Sportler und scheinbar auch für die Eltern ein Problem sein, wenn jemand als Thiem-Macher bezeichnet worden ist. Dass es so ist, werden glaube ich alle Leute, die das beobachtet haben, bestätigen. Aber es kann sein, dass das ohne weiteres das Verhältnis zu einem Trainer dann belastet. Ich habe mit Dominic nie ein Problem gehabt, mit seinen Eltern nie ein Problem gehabt. Wie das jetzt zustande gekommen ist, ist für mich bis heute ungeklärt."

"Erfolg gibt mir recht"

Bresnik sieht Thiem als den Nachfolger der Dominatoren des vergangenen Jahrzehnts: Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic. Welchen Anteil er selbst daran hat? "Der Erfolg gibt mir ja recht. Es ist so, dass der Dominic seit 2016 unter den ersten zehn steht, 2017 schon die Nummer vier war. Da hat sich nicht viel verändert. Dass der in einem Zeitraum Tennis spielt, wo halt drei oder vier Allzeit-Größen spielen, die er alle schon geschlagen hat, ist natürlich ein Pech. Sonst wäre er eh schon Nummer eins. Die Form, mit der er letztes Jahr in Paris gespielt hat, heuer bei den Australian Open, die gibt ganz klar vor, wo die Reise hin geht."

Bresnik schärft nach: "Meine Aufgabe als Trainer ist in erster Linie, einen Sportler zu entwickeln. Das ist bestmöglich passiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da jetzt viel besser gegangen wäre. Was den Umgang mit der Umgebung anbelangt, kann man danach immer dann spekulieren, was wäre besser gewesen. Aber ich bin kein Mensch, der sich verbiegen lässt. Und da gehe ich lieber Steine klopfen, bevor ich was mache, das mir nicht liegt."

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