Mit teils deutlich über 100 km/h fegt der Sturm am Sonntag auch durch Niederösterreich. Die Feuerwehren stehen seit den Morgenstunden im Dauereinsatz. Bereits über 100 Mal mussten die niederösterreichischen Florianis bis Nachmittag zu Sturmeinsätzen ausrücken. Viel Glück hatte etwa ein Fahrzeuglenker auf der B30 bei Tiefenbach (Bezirk Waidhofen/Thaya). Während der Fahrt fiel ein Baum auf die Motorhaube seines Autos. Der Mann blieb unverletzt. Die Feuerwehr Kautzen rückte aus, beseitigte den Baum und transportierte das erheblich beschädigte Fahrzeug ab.
"Wir stehen derzeit im Sturmeinsatz. Es liegen mehrere Bäume über die Straße und im Minutentakt fallen weitere Bäume um. LEBENSGEFAHR! Die Landesstraße über den Hiesberg wird bis auf weiteres gesperrt! Waldgebiete meiden!", warnt die Feuerwehr in Melk zu Mittag. Auch in Amstetten warnen die Feuerwehren vor lebensgefährlichen Situationen in Wäldern.
Die Kremser Feuerwehr warnt außerdem vor unnötigen Autofahren. "Vor allem mit Fahrzeugen, die dem Wind große Angriffsflächen bieten. Parken Sie ihr Auto nicht unmittelbar neben einem Baum. Seien Sie auf herumfliegende Gegenstände und herabfallende Dachziegel gefasst. Schließen Sie Fenster und Türen. Befestigen Sie lose Gegenstände (Blumentöpfe, Gartenmöbel, Sonnenschirm etc.) oder bringen Sie diese in geschlossene Räume", warnen die Florianis.
Was passieren kann, wenn Gegenstände mit großer Angriffsfläche vom Wind erfasst werden, gab es in Pottenstein (Bezirk Baden) bereits am Sonntagmorgen zu sehen. Eine starke Sturmböe erfasste das Zelt auf dem Hundeabrichteplatz und riss es aus der Verankerung. Dabei wirkte die Plane wie ein Segel und das Gebilde flog in hohem Bogen über den Gartenzaun eines Anrainers, wo es sich im Kabel einer Freileitung verfing. Die Feuerwehr konnte das Zelt aus der Telefonleitung holen.