Österreich

Lebenslang für Mord an Au-pair-Mädchen!

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:31

Lebenslange Haft - so lautet das Urteil eines Wiener Geschworenengerichts für einen 24-jährigen Gambier. Der Mann hat eine 25-jährige Austausch-Studentin im Jänner in deren Wohnung auf der Wiener Wieden beim Sex erstickt.

Der Killer von Austausch-Studentin und Au-pair Lauren M. (25) kommt nie wieder frei! Obwohl Abdou I. (24) die Bluttat an der schönen Amerikanerin bis zuletzt geleugnet hatte, verurteilte ihn Richter Ulrich Nachtlberger in Wien zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Acht Geschworene fällten den Schuldspruch am Mittwoch kurz vor 15 Uhr einstimmig! Astrid Wagner, die Anwältin des Gambiers, meldete umgehend Berufung an. Das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.

Kein Geständnis, keine Reue, keine Gefühlsregung. Abdou I. (Spitzname "Pascal") nahm um 9:15 Uhr lässig in grauem Pullover, Jeans und mit Schlapfen in Verhandlungssaal 203 Platz. Als die Staatsanwältin die massive belastende Anklageschrift vortrug, musste er nicht einmal schlucken.
"Sie war eine Freundin zu mir"

Abdou I. soll laut Anklägerin die US-Austausch-Studentin Lauren M. im Jänner 2016 getötet haben. Lauren hat dem Verdächtigen, dem die Abschiebung drohte, Unterschlupf in ihrer Ein-Zimmer-Wohnung auf der Wiedner Hauptstraße in Wien gewährt. Zudem bestand ein sexuelles Verhältnis mit dem Verdächtigen. Nach einer Party dürfte Abdou I. die US-Amerikanerin jedoch neben zwei afghanischen Burschen liegend gefunden haben. Einen Tag später war sie tot. "Es tut mir leid, dass sie gestorben ist. Sie war eine gute  Freundin zu mir", flüsterte der Gambier in seiner Muttersprache.

"War gar nicht in Österreich"

Die Staatsanwaltschaft ging aufgrund des gerichtsmediznischen Gutachtens davon aus, dass Abdou I. das Mädchen während des Geschlechtsverkehrs so lange mit dem Gesicht auf einen Polster gedrückt hat, bis es erstickt war. Die Tote wurde am 26. Jänner in ihrer Garconniere entdeckt und der samt Wertgegenständen (iPhone, Macbook Air) des Opfers in die Schweiz geflüchtete Gambier kurz darauf festgenommen. Das ihm angelastete Gewaltverbrechen leugnete Abdou I. vehement: "Ich habe Lauren nicht getötet, ich hatte gar keinen Grund dafür und war zum Zeitpunkt der Tat nicht in Österreich!"

"Ärztin muss sich irren"

Doch ein DNA-Gutachten beweist, dass die Frau mit drei Männern sexuellen Kontakt hatte. Die Spermaspuren des Gambiers wurden erst kurz vor ihrem Tod hinterlassen. Die sichergestellte DNA widerspricht der Argumentation des Angeklagten, der behauptete, am Tat-Tag nicht in der Wohnung gewesen zu sein. "Die Ärztin muss sich irren", sagte Abdou I. zum Ergebnis der Expertise. "Nur Sie oder ein eineiiger Zwillingsbruder kommen als Verursacher der Spermaspuren in Frage", hielt die Expertin dagegen.

Richter zeigt Leichenfotos: "Erkenne ich nicht"

Raunen ging durch den Saal, als Richter Nachtlberger wegen der Ausflüchte des Angeklagten der Kragen platzte. Der Vorsitzende hielt dem Gambier, der sich illegal in Österreich aufgehalten hatte, Tatortfotos der toten Lauren unter die Nase. "Erkenne ich nicht", kommentiert Abdou I. die Bilder. "Sie ist jetzt natürlich nicht mehr so schön, weil sie mehrere Tage tot in ihrer Wohnung lag", gab Nachtlberger zurück.

Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde

Auf Worte der Entschuldigung oder gar ein Geständnis warteten Prozess-Kiebize im gesteckt vollen Verhandlungssaal vergeblich. Abdou I. hat nun aber ausreichend Zeit zum Nachdenken; er wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verdonnert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da die Verteidigerin Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde angekündigt hat.

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