Finale im Indizienprozess am Dienstag in Wr. Neustadt: René K. (42) hat seine Mutter Ingrid K. (60), eine Volksschuldirektorin, erschlagen. Das Urteil kurz vor Mitternacht: lebenslange Haft.
Finale im Indizienprozess am Dienstag in Wr. Neustadt: René K. (42) hat seine Mutter Ingrid K. (60), eine Volksschuldirektorin, erschlagen. Das Urteil kurz vor Mitternacht: lebenslange Haft.
Bis zum Schluss bestritt der arbeitslose Sohn aus Altenmarkt (Baden) die grausame Bluttat. Am Dreikönigstag 2015 rief er die Rettung, weil seine 60-jährige Mutter tot am Boden lag. Laut Staatsanwaltschaft war die Indizienkette trotz nicht gefundener Tatwaffe - es handelte sich vermutlich um eine Hacke - schlüssig (inklusive DNA-Spuren)
Laut Zeugen soll der 42-Jährige ein "Tunichtgut" gewesen sein, der am Rockzipfel seiner Mutter hing. Als die Direktorin René K. kein Geld mehr geben wollte, täuschte er eine Krebserkrankung vor. Ingrid K. fand die Wahrheit heraus, wollte ihren Sohn zur Rede stellen – ihr Todesurteil. Die Pädagogin
wurde erschlagen.
Angeklagter bügelte während Reanimation
Der Sohn gab an, seine Mutter "in einer Blutlache im Keller" gefunden und den Mord folglich nicht begangen zu haben. Einem Polizisten kam jedoch sein Verhalten verdächtig vor. Demnach bügelte der 42-Jährige in der Wohnung, während Sanitäter versuchten, die Mutter zu reanimieren.
Der Angeklagte präsentierte im Laufe des Prozesses mehrere mögliche Tatverdächtige, darunter auch seine Ex-Freundin. Der Polizei warf er die Darstellung falscher Tatsachen vor. "Ich habe in den Akten 32 Punkte gefunden, die nicht stimmen", sagte er am Ende des Beweisverfahrens. Schuhe und Kleidungsstücke, an denen belastende DNA-Spuren gefunden worden waren, seien ihm gestohlen worden.
Schwester bekommt 10.000 Euro zugesprochen
Die Geschworenen waren sich trotz der Beteuerungen des Angeklagten einig: Es war Mord (8:0 Stimmen), Urteil: lebenslang – Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde, nicht rechtskräftig. Die Schwester des Angeklagten bekam 10.000 Euro Schadenersatz zugesprochen.