Lebensmittel-App begeistert Wiener mit 5-Euro-Menü

Etwa jedes vierte Lebensmittel aus Österreichs Supermarktregalen landet nicht im Mund, sondern im Müll. Ein Start-Up will das per Knopfdruck ändern.

Die App "Too Good to Go" weitet ihr Angebot von Restaurants auf den Großhändler Metro und die Supermarktkette Spar aus. Statt übriggebliebene Lebensmittel wie bisher zu kübeln, können Betriebe Essenspakete schnüren und über die App “Too Good To Go” zur Abholung freigeben. Was drinnen ist, ist allerdings eine Überraschung. Kostenpunkt: 5 Euro bei einem versprochenen, ursprünglichen Warenwert von 15 Euro. 

Obwohl man sich nicht aussuchen kann, was im Fress-Paket enthalten ist, erfreut sich das Angebot großer Beliebtheit. Binnen weniger Minuten, in denen die Spar-Sackerl in der App aufploppen, sind bereits alle reserviert. "Heute" testete das umweltfreundliche Überraschungspaket. 

Ein Schnäppchen für Experimentierfreudige

Der Öko-Aspekt begeisterte in der "Heute"-Redaktion, die Warenauswahl trifft allerdings vielleicht nicht jedermanns Geschmack. In unserem Sackerl fanden wir geschnetzelten Hühnermagen, Landputen Innenfilet, Schafkäse aus der Frischwarenabteilung, Bio-Cappelletti (gefüllte Teigware) und ein Schoko-Dessert. Alle Artikel sehen noch frisch und genießbar aus und belaufen sich auf einen Warenwert von insgesamt 14,48 Euro. 

Wir hatten genug für 2 bis 3 volle Mahlzeiten. Auch wenn wir für einen Abnehmer des Hühnermagens in der "Heute"-Redaktion erst suchen mussten: Wer gerne spontan kocht, vielleicht sogar den Überraschungsmoment genießt, kommt zum womöglich günstigsten Menü der Stadt und leistet ganz nebenbei etwas Gutes für unsere Umwelt.

Lebensmittel dürfen nicht mehr verkauft werden

Einer der Hauptgründe für Lebensmittelverschwendung in Österreichs Supermärkten ist das Mindesthaltbarkeitsdatum. Sobald es überschritten ist, dürfen Waren nicht mehr verkauft werden - selbst wenn sie völlig in Ordnung sind. „Jede Spar-, Euro- und Interspar-Filiale gibt Lebensmittel an Sozialmärkte weiter,“ erklärt dazu Spar-Pressesprecherin Nicole Bergmann.

Mit ihrem neuen App-Partner hat das Unternehmen einen weiteren flexiblen und unbürokratischen Abnehmer gefunden, vor allem, wenn kurzfristig oder kleine Mengen von Lebensmitteln abzugeben sind. Das abgegebene Essen steht meistens knapp vor Ablauf der garantierten Mindesthaltbarkeit. Auch bei unserem Fresspaket endet bei 3 der 5 erhaschten Artikel die Mindesthaltbarkeit direkt am Tag der Abholung. Gerade das Fleisch sollte also rasch konsumiert werden, vor einer Lebensmittelvergiftung braucht man sich allerdings nicht zu fürchten.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum darf bei manchen Lebensmitteln als Vorschlag gesehen werden. Viele Nahrungsmittel halten um einiges länger und sind unbedenklich länger genießbar. 
Das Mindesthaltbarkeitsdatum darf bei manchen Lebensmitteln als Vorschlag gesehen werden. Viele Nahrungsmittel halten um einiges länger und sind unbedenklich länger genießbar. heute.at
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