Lebensmittel: Wien viel teurer als München

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Österreicher zahlen beim Lebensmittel-Einkauf drauf. Nicht nur dass alles teurer geworden ist - andere EU-Bürger zahlen deutlich weniger als wir. Bei einem Preisvergleich mit Wien kamen die Kunden im sonst als teure Stadt verrufenen München deutlich günstiger weg. Für ein- und dasselbe Produkt zahlen Wiener Konsumenten teilweise bis zu 82 Prozent mehr.

- andere EU-Bürger zahlen deutlich weniger als wir. Bei einem Preisvergleich mit Wien kamen die Kunden im sonst als teure Stadt verrufenen München deutlich günstiger weg. Für ein- und dasselbe Produkt zahlen Wiener Konsumenten teilweise bis zu 82 Prozent mehr.

"Es gibt einen Österreich-Aufschlag im Lebensmittelhandel - das lässt sich nicht schönreden", sagt AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. Der aktuelle AK-Preismonitor hat Anfang April 69 Marken-Lebensmittel von fünf Supermärkten in Wien (Billa, Merkur Spar, Eurospar, Zielpunkt) und München (Edeka, Rewe, Real, Tengelmann, Kaufland) untersucht.

Die Zahlen sprechen für sich - österreichische Supermarkt-Kunden müssen deutlich mehr bezahlen, selbst wenn die verglichenen Supermärkte demselben Konzern angehören. Ein Einkaufskorb mit gleichen Produkten kostet in Wien um rund ein Fünftel mehr.

Pommes kosten in Wien 82 Prozent mehr

Für eine 750-Gramm-Packung "123 Frites Original" von McCain zahlen Wiener 2,76 Euro und damit um 82,2 Prozent mehr als Münchner (1,51 Euro). Für einen Liter Hohes C zahlt der deutsche Kunde 1,36 Euro, während der Wiener 2,19 Euro berappen muss. Auch bei einer 20-Stück-Packung Ferrero Küsschen liegen bei der Preisgestaltung Welten  - in München (2,57 Euro) zahlen Naschkatzen um 55 Prozent weniger als in der Bundeshauptstadt (3,99 Euro).

 



Produkt
Preis Wien
Preis München
Preisdifferenz


McCain/123 Frites Original (750 Gramm)
2,76 Euro
1,51 Euro
82,2 Prozent


Hohes C/Konzentrat (1 Liter) 
2,19 Euro
1,36 Euro
60,8 Prozent


Ferrero/Küsschen (20 Stück)
3,99 Euro
2,57 Euro
55,0 Prozent


Müller/Milchreis Original (200 Gramm)
0,79 Euro
0,51 Euro
54,9 Prozent


Coca Cola/Cola (1 Liter Pet)
1,38 Euro
0,95 Euro
45,2 Prozent



"Viele Österreicherinnen und Österreicher haben über Jahre hinweg durch überzogene Preise für Lebensmittel draufgezahlt. Die Entscheidungen des Kartellgerichts haben unseren lang gehegten Verdacht bestätigt", sagt Zgubic. Die AK hat sich jüngst auch an die EU Kommission wegen des Österreich-Aufschlags bei Drogerieprodukten gewandt, die derzeit prüft.

"Rasches Handeln ist angesagt"

"Rasches Handeln ist angesagt", so Zgubic. "Die Regierung muss endlich umsetzen, dass aufgrund der Entscheidungen des Kartellgerichts zu zahlende Bußgelder des Handels dem Konsumentenschutz zu Gute kommen - so wie im Regierungsprogramm vereinbart."

Die Umsatzsteuer für Lebensmittel beträgt bei uns zehn Prozent, für Getränke, andere Waren 20 Prozent; in Deutschland sieben bzw. 19 Prozent.

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