Lebensretterin (13) ist Helferin Wiens 2011

Im Juli wurde die 13-jährige Alexandra Brey in Jesolo (Italien) zur Lebensretterin. Das zierliche Mädchen sah eine regungslose Person im Meer treiben und zögerte keine Sekunde. Ganz alleine zog Alexandra die 130 Kilogramm schwere Italienierin aus dem Wasser und rettete ihr damit das Leben. Für diese Heldentat wurde sie am Freitag mit dem "Helfer Wiens Preis 2011" ausgezeichnet.

Im Juli wurde die 13-jährige Alexandra Brey in Jesolo (Italien) zur Lebensretterin. Das zierliche Mädchen sah eine regungslose Person im Meer treiben und zögerte keine Sekunde. Ganz alleine zog Alexandra die 130 Kilogramm schwere Italienierin aus dem Wasser und rettete ihr damit das Leben. Für diese Heldentat wurde sie am Freitag mit dem "Helfer Wiens Preis 2011" ausgezeichnet.

"Das würde doch jeder machen. Ich bin keine Heldin, das war doch ganz normal", wiederholt Alexandra immer wieder bescheiden. Ihre Mutter Carina sieht das ganz anders: "Alexandra hat um Hilfe geschrien, auf Deutsch, Italienisch und Englisch. Doch niemand kam, niemand half. Ich weiß nicht, woher meine Tochter die Kraft hatte, aber sie hat diese schwere Frau bis an den Strand geschleppt."

Seit sie drei Monate alt ist, verbringt Alexandra aus Landstraße die Ferien mit ihren Eltern in Jesolo. Als die 13-Jährige heuer wie jedes andere Mal im Meer schwimmt, bemerkt sie eine Italienerin (35), die im Wasser treibt - mit dem Kopf nach unten. "Erst stand noch eine zweite Frau daneben und lachte. Deswegen dachte ich erst an einen Scherz", erzählt die Lebensretterin. Doch es war bitterer Ernst: Die Frau hatte das Bewusstsein verloren - .

Keiner kam zu Hilfe

"Während meine Tochter die Frau an Land zerrte, sahen alle nur zu. Ein Rettungsschwimmer-Aussichtsturm war nicht einmal 50 Meter entfernt, doch einer der Bademeister rauchte, der andere unterhielt sich", berichtet Mutter Carina von den bangen Sekunden. Wie Alexandra die Frau - sie hat das dreifache Körpergewicht der Schülerin - an Land schaffte, kann sie sich bis heute nicht erklären. "Erst als alles vorbei war, wurden mir die Knie weich", gesteht Alexandra.

Für diesen Einsatz wurde die Wienerin am Freitag in der Hauptfeuerwache Leopoldstadt von Landtagspräsident Harry Kopietz und "Die Helfer Wiens"-Geschäftsführer Wolfgang Kastel mit dem "Helfer Wiens Preis 2011" ausgezeichnet. "Es ist leider nicht selbstverständlich, dass jemand so schnell und umsichtig reagiert. Ehre, wem Ehre gebührt", bedankten sich die die Vertreter der "Helfer Wiens" und die Mannschaft der Feuerwache bei Alexandra.

Bescheidenheit bei der Helferin

Die Schülerin nahm den Preis entgegen - und blieb wie immer bescheiden. Nach der Verleihung wurde Alexandra die Ehre zuteil, eine Führung durch die Feuerwache zu bekommen und mit einem Kran eines Feuerwehrwagens in luftige Höhe gefahren zu werden. Doch auch in Italien wird die 13-Jährige als Heldin gefeiert: Sie wurde vom Bürgermeister Jesolos zum Ehrenmitglied der Wasserrettung ernannt.

Rene Findenig

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