Österreich

Lech und Zürs waren von Außenwelt abgeschnitten

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:36

Es hört im Westen Österreichs einfach nicht zu schneien auf. Nach weiteren 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee über Nacht waren die Vorarlberger Arlberg-Orte Lech und Zürs am Dienstag erneut von der Umwelt abgeschnitten.

Die Dauer der Straßensperre war am Dienstagvormittag aufgrund der Wetterbedingungen nicht absehbar. "Bei uns tobt gerade ein Schneesturm", erklärte Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel gegen 9.00 Uhr. Kurz nach 14.30 Uhr kam dann die Entwarnung. Die Lechtalstraße (L198) konntewieder für den Verkehr freigegeben werden.

Nach einem Lawinenabgang in der Nacht und aufgrund akuter Lawinengefahr waren die Arlbergstraße (L197) zwischen Stuben und St. Christoph sowie die Lechtalstraße (L198) zwischen der Alpe Rauz und Zürs nicht befahrbar. In den eingeschneiten Orten musste man zunächst auf Wetterbesserung hoffen, ehe eine umfassende Beurteilung der Situation möglich war.

Erhebliche Lawinengefahr

Dass seine Gemeinde innerhalb weniger Tage zum wiederholten Mal von der Umwelt abgeschnitten war, war auch für Muxel außergewöhnlich: "Das ist schon viele, viele Jahre nicht mehr vorgekommen", so der Ortschef. Die Lawinengefahr war am Dienstag in Vorarlberg zunächst erheblich. Die Hauptgefahr ging vom Neu- und Triebschnee der vergangenen Tage aus, bereits einzelne Wintersportler konnten Lawinen auslösen.

Unerfahrene wurden deshalb dringend gebeten, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen. Aufgrund der anhaltenden Niederschläge - bis zum Abend waren weitere 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee möglich - wurde mit einem Anstieg der Lawinengefahr im Tagesverlauf gerechnet.

Snowboarder aus Hang gerettet

Eine Bergung aus alpiner Notlage könnte drei Snowboardern in Tirol nun teuer zu stehen kommen. Der Deutsche und die beiden Australier im Alter zwischen 18 und 35 Jahren waren am Montag in Biberwier im Bezirk Reutte bei Warnstufe "4" der fünfteiligen Skala im freien Skiraum unterwegs. Weil sie nicht mehr weiterkonnten, musste ein Hubschrauber das Trio bergen. Sie wurden von der Polizei angezeigt.

Die Touristen hatten im Skigebiet Lermoos trotz der Lawinenwarnungen den organisierten Skiraum bei der Bergstation des Gamsjet verlassen und wollten Richtung Weißwand. Als es kein vor und zurück mehr gab, setzte der Deutsche einen Notruf ab. Die Snowboarder wurden nach dem Forstgesetz bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft angezeigt.

Auch Straßensperren in Salzburg

Starke Schneefälle haben auch in Salzburg zu Straßensperren geführt. Dienten im Pinzgau war nur von Maria Alm aus und mit Schneeketten erreichbar, weil die beiden anderen Straßenverbindungen unterbrochen waren. In Pfarrwerfen (Pongau) musste die Feuerwehr wieder das Dach eines Hauses abschaufeln. Auf den schneebedeckten Straßen blieben immer wieder Fahrzeuge hängen. Im Tennengau kam es zu Stromausfällen.

Die Hochkönig Bundesstraße B164 war beim Dientner Sattel wegen Lawinengefahr gesperrt, und auf die Dientner Landesstraße L216 waren eine Lawine abgegangen und Bäume auf die Fahrbahn gefallen. Ebenfalls wegen Lawinengefahr gesperrt war die Filzmooser Landesstraße L219 zwischen Eben und der Landesgrenze zur Steiermark. Und auch in Ebenau im Flachgau waren Bäume auf die Straße ins Felbertal gefallen. Hängengebliebene Lastwagen haben Staus auf der Westautobahn und Tauernautobahn verursacht.

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