Wintersport

Leere Tribünen! Franzosen pfeifen auf die Ski-WM 

Die besten Skifahrer der Welt kämpfen gerade um Medaillen, doch die Tribünen sind leer wie selten zuvor. Warum ist den Franzosen die Ski-WM egal?
20 Minuten
10.02.2023, 12:36
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Strahlender Sonnenschein, fantastisches Bergpanorama, zahlreiche hochkarätige Sportlerinnen und Sportler – doch etwas fehlt bei der Ski-WM: die gute Stimmung. Die Tribünen in Courchevel und Meribel sind lange nicht ausgebucht. Dazu bleiben auch am Pistenrand viele Gratis-Plätze leer. Ein Vergleich mit den Rennen in Adelboden, Wengen oder auch Kitzbühel – wo die Fans für einen Hexenkessel sorgten – ist nicht ansatzweise möglich.

Doch woran liegt das? Sicherlich nicht an den Preisen. Courchevel und Meribel gelten zwar als luxuriöse Skigebiete und Ferienorte, doch die Kosten für ein Ticket auf der Tribüne halten sich mit gut 50 Euro durchaus in Grenzen. Auch bei den Getränken und Essensständen zahlt man als Fan im Vergleich zu den sonst geltenden Preisen nicht übermäßig viel.

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Dazu kommt: Eigentlich sind in der französischen Region gerade Ferien – dies bewusst vom 4. bis zum 19. Februar. Doch die Einheimischen besuchen die Rennen nicht. Wie eine Saisonarbeiterin gegenüber 20 Minuten sagt, blieben diese lieber zu Hause und entspannen dort. Die Angestellte im Service ist vom fehlenden Zuschauerandrang überrascht. Mit einem tiefen Seufzer meint sie: "Boah, es sind schon wenige Leute." Im letzten Jahr beim Weltcupfinale sei das noch anders gewesen. Da hätte sie in ihrem Restaurant extrem viel zu tun gehabt.

Man hofft nun, dass am Wochenende und in der nächsten Woche, wo auch in anderen Regionen Frankreichs die Ferien beginnen, der Fan-Andrang zunimmt. Für Walter Reusser, den Alpinchef von Swiss-Ski, ist die fehlende Stimmung keine große Überraschung. "Weltmeisterschaften sind da schon speziell", meint er. "Es ist oft so, dass die Großanlässe nicht wie Adelboden und Wengen sind, wo unglaubliche Ski-Fans vor Ort sind." Man könne eine WM nicht mit einem Weltcuprennen vergleichen, so Reusser.

Am Wochenende stehen nun die beiden Publikumsgaranten an – die Abfahrten der Frauen und Männer. Vielleicht dann auch vor ausverkauftem Haus.