Die Lega-Lokalpolitikerin Laura Adduce hat in einem Facebook-Video über das Partisanenlied "Bella Ciao" geätzt. Ihr käme dabei "das Mittagessen hoch". Sie erntete Empörung.
Die Lega-Politikerin und Vizebürgermeisterin des Turiner Vorortes Rivoli, Laura Adduce, hat sich in einem Facebook-Video über das traditionelle Partisanenlied "Bella Ciao" ausgelassen. Am 25. April, dem italienischen "Tag der Befreiung", hatte offenbar ein Chor das traditionelle Partisanenlied aus dem Zweiten Weltkrieg gesungen.
Adduce meinte in einem Facebook-Video, das sie auf ihrem Balkon aufnahm, dazu leicht genervt: "Euch ist schon klar, dass 'Bella Ciao' nicht die Nationalhymne ist, oder?" Sie fährt damit fort, höhnisch festzustellen: "Na wenigstens habt ihr inzwischen gecheckt, dass es nicht einfach nur die Titelmelodie von 'Haus des Geldes' ist."
"Da kommt mir das Mittagessen hoch"
Weiters urteilt sie, das Lied sei ein "eh eingängiges Liedchen". "Aber beim Inhalt, da kommt mir das Mittagessen hoch", sagt Adduce lachend. Diese abfälligen Bemerkungen brachten der Politikerin der rechten Lega von Matteo Salvini einen Shitstorm ein.
Gerade im traditionell linken Piemont, das sich seiner Partisanen rühmt, ist "Bella Ciao" sehr beliebt. Vor allem als Ausdruck der Befreiung von Faschismus und Nationalsozialismus am Tag der Befreiung. Weit über 6.000 Unterschriften fordern in einer Petition bereits die Abberufung Adduces als Vize-Bürgermeisterin.
Adduce verteidigte sich später auf Facebook: "Ich muss leider feststellen, dass mein Video instrumentalisiert wurde." Sie sei "selbstverständlich gegen alle Diktaturen...vergangene und aktuelle". Ihre Abneigung gegen "Bella Ciao" sei nicht als Befürwortung des Faschismus zu verstehen.
Sommerhit durch Netflix
Durch die Netflix-Serie "Haus des Geldes" wurde "Bella Ciao" im Sommer 2018 auch über die Grenzen Italiens hinaus zum Sommerhit.