Wien

Legendärer "Lauda-Chirurg" aus Wien geht in Pension

Weltbekannt wurde er 1989 durch eine sensationelle Lungentransplantation. Nun zieht sich Walter Klepetko aus dem AKH zurück. Privat macht er weiter.

Heute Redaktion
Der Lungen-Transplantationsprofi Walter Klepetko (67) verlässt das AKH. Tausenden Patienten rettete er das Leben. 
Der Lungen-Transplantationsprofi Walter Klepetko (67) verlässt das AKH. Tausenden Patienten rettete er das Leben. 
Bild: picturedesk.com

Der Lungen-Chirurg am AKH beendet mit 67 Jahren seine Karriere. In seiner Privatklinik wird er jedoch weiterhin arbeiten. Mit seiner Arbeit und seinen Eingriffen rettete der Arzt Tausenden schwerst Lungenkranken die Lebensqualität – oder das Leben. Auch schwere Covid-Fälle betreuten er und sein Team zuletzt. "Solange ich das Gefühl habe, dass ich eine sehr gute Leistung erbringen kann, werde ich meine Leistung weiterführen. Das werde ich natürlich beobachten, aber ich erfreue mich momentan bester Gesundheit“, so der Chirurg gegenüber wien.ORF.at. Zwar widmete sich Klepetko in den vergangenen Jahren vorrangig der Tumorchirurgie, doch seine Bekanntheit wird immer mit der Lungentransplantation (LTX) verbunden bleiben, die ihm 1989 glückte und ihn auf einen Schlag weltweit bekannt machte.

Er sagte dem ORF, er habe weiterhin "großen Biss und Freude" an der Chirurgie und an seinen Patientinnen und Patienten. Auf die 40 Jahre im Wiener AKH schaue er sehr positiv zurück. In Wien wurden unter seiner Ägide seit 1989 rund 2.500 LTX-Eingriffe durchgeführt. Gleichzeitig bauten der Arzt und sein Team das größte Ausbildungszentrum Europas (Vienna LungTX-Academy) für solche Operationen auf. Schaut man sich die internationalen Transplantationsstatistiken an, lässt sich deutlich erkennen, dass Klepetkos Zentrum eine Spitzenstellung belegt: im Jahr 2021 wurden während Covid-19-Pandemie in Wien 114 LTX-(Lungentransplantation)-Eingriffe durchgeführt. Im Vergleich mit 22 Staaten brachte das Engagement das Wiener Zentrum und damit Österreich mit 11,2 Lungentransplantationen pro einer Million Einwohner weit an die Spitze der Statistik.

Berühmter Patient Rennfahrer Niki Lauda von seinem Team betreut

Klepetko wirkte viele Jahre als Chef der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie. Seit 2019 bis zu einer Neuorganisation war er zudem Vorstand der gesamten Chirurgischen Universitätsklinik der MedUni Wien/AKH.

Es war im Sommer 2018 als der Ex-Formel 1-Star Niki Lauda am Wiener AKH einen Lungenflügel transplantiert bekam. In der Abteilung Klepetkos. Jedoch nicht von Klepetko persönlich: "Ich selbst habe seit Jahren keine Lungentransplantation mehr durchgeführt und auch Niki Lauda nicht operiert“, erzählte Klepetko jetzt dem ORF. Hoch komplexe Eingriffe seien in der modernen Chirurgie außerdem immer Teamarbeit.

Spenderorgan-Affäre war "lange geplantes Komplott"

Die "Süddeutsche Zeitung" erhob 2019 Vorwürfe, gespeist aus anonymer Quelle. Es ging um angebliche Unregelmäßigkeiten rund um Patientenpriorisierung und die Zuteilung von Spenderorganen. Nunmehr sind sämtliche Vorwürfe entkräftet. Der Rektor der MedUni Wien fasste die Affäre im Frühjahr 2022 gegenüber dem Nachrichtenmagazin „profil“ zusammen als ein „Komplott, das lange vorbereitet war“. "Heute" berichtete.

Mit einem Symposium und einer Feier beendet der 67-Jährige am Freitag seine Karriere im AKH.

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