Die Sorge ist groß, nicht nur in Oberösterreich. Drei Menschen starben in Linz an einer Legionellen-Erkrankung. 28 weitere sind an Legionellose erkrankt. Einer davon ist Karl-Heinz L. Der 84-Jährige erzählt in den Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) von seinem Leid.
Der Pensionist wohnt nur unweit jener Kühlanlage, die mittlerweile im Zentrum der Ermittlungen zum Linzer Legionellenausbruch steht: "Ich gehe da beinahe jeden Tag vorbei", sagt er.
Wie schwer die Erkrankung verlaufen kann, hat der Linzer selbst erlebt: "Ich habe eine körperliche Schwäche gespürt." Wenige Tage später verschlechterte sich sein Zustand dramatisch. "Ich habe nicht mehr aus dem Bett aufstehen können – ich war wahnsinnig müde und erschöpft."
Dann versagten seine Beine, erzählt er in den OÖN: "Auf einmal haben die Füße nachgegeben und ich bin am Boden gesessen." Sein Sohn war zu diesem Zeitpunkt bei ihm.
L. kam ins Kepler Universitätsklinikum. "Dort haben sie am nächsten Tag gesagt, dass ich eine Lungenentzündung habe." Untersuchungen ergaben schließlich, dass Legionellen die Erkrankung verursacht hatten.
Von 18. bis 28. Juli lag der 84-Jährige im Spital. Zeitweise habe er bis zu sechs Infusionen täglich erhalten. "Ich bekam auch so einen Schlauch in die Nase", erzählt er in den OÖN.
Währenddessen lief bereits die Suche nach der Infektionsquelle. Mitarbeiter der Linz AG nahmen auch Wasserproben in L. Wohnung. Später rückte eine Kühlanlage auf dem Dach des Linz-Netz-Gebäudes in der Wiener Straße in den Fokus. Dort wurden Legionellen nachgewiesen.
Bei der Anlage werden Rohre des Kühlsystems von außen mit Wasser besprüht. Dabei entstehen feinste Wassertröpfchen. Gelangen solche Aerosole mit Legionellen in die Umgebung und werden eingeatmet, können sie eine schwere Lungenentzündung verursachen.
Nach Angaben der Linz AG wird dem Wasser im Kühlsystem ein Desinfektionsmittel zugesetzt. Bei Wartungsarbeiten wurde allerdings Betonstaub gefunden. Eine mögliche Erklärung ist, dass dieser verklumpte und dadurch das Desinfektionsmittel nicht mehr ausreichend zirkulieren konnte.
Die Anlage wurde inzwischen stillgelegt und desinfiziert. Dass keine neuen Erkrankungen mehr hinzugekommen sind, erhärtet den Verdacht gegen die Kühlanlage. Endgültig bewiesen ist der Zusammenhang allerdings noch nicht.
"Die Suche geht weiter. Es ist Detektivarbeit", sagt der Linzer Gesundheitsdirektor Ulrich Püschel.