Österreich

Lehrer länger in die Schule

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:00

Wie sieht die Zukunft der Schule aus? VP-Landesrat Johann Heuras möchte so wie Landesschulratspräsident Hermann Helm die Verwaltung straffen, die Modellschule ausbauen, und er kann sich ein 30-Stunden-Kernzeitmodell für Lehrer vorstellen. Das würde den Druck herausnehmen, Stundenpläne sehr kompakt zu gestalten.

Heute: Heuer musste etlichen interessierten Schulen abgesagt werden, wird die Zahl der Modellschulen aufgestockt?
Heuras: Wir halten derzeit bei 47 Standorten. Es wird eine Möglichkeit geben müssen, die positiven Inhalte in die Fläche Niederösterreichs zu tragen. Alles andere wäre eine Pflanzerei.
Wie stehen Sie zum Vorschlag, den Unterrichtsbeginn auf neun Uhr zu verschieben?
Ich schließe nicht aus, dass wir etwas ausprobieren. Ich kann mir auch eine Diskussion über Kernzeitmodelle für Lehrer vorstellen. Das ist ein heikler Punkt, aber bei 30 Stunden Kernzeit in der Schule wäre mehr Zeit für Gespräche da. Diese Anwesenheit heißt natürlich, zeitgemäße Arbeitsplätze anzubieten und nicht Räume, wo Gespräche über 17 Ordner hinweg stattfinden. Was ich nicht will, ist, die Lehrverplichtung zu erhöhen.
Die SP wirft Ihnen vor, dass Bildung noch immer von familiärer Herkunft abhängig ist
Es kommen mehr als 50 Prozent der Maturanten über die Hauptschule. Der Besuch dieser ist daher ja keine Sackgasse.
Im Waldviertel ist die Zahl der Maturanten auffällig niedrig
Weil das Angebot nicht da ist. Wir müssen nachdenken, ob wir andere Ausbildungsschwerpunkte schaffen.
Was brauchen wir darüber hinaus?
Die Kompetenzen gehören klar in eine Hand und Doppelgleisigkeiten sind zu vermeiden. Wenn es neue Online-Formulare gibt, wo für jeden Lehrer 156 Datenfelder auszufüllen sind, grad halt nicht die Schuhgröße, ist das alles andere als vereinfachend, sondern das bläht ja alles auf. Ich würde Volks- und Hauptschule unter eine Leitung stellen und dem Direktor administrative Hilfskräfte zur Seite stellen. Das ist billiger und pädagogisch gescheiter.
Laut einer Studie kommt jeder zweite Lehrer zu spät zum Unterricht - was ist zu tun?
Das ist abzustellen, weil es schlecht für das Image ist. Nicht jeder ist geeignet, Lehrer zu werden. Wir sollten am Beginn der Ausbildung Kriterien einführen. Wir brauchen motivierte Lehrer und motivierte Kinder.
Wie kommt man zu motivierten Schülern?
Wir haben mit DLE ein neues digitales Englisch-Programm, das in allen Gegenständen - von Geografie bis zu Physik - eingesetzt werden kann, um Sprachkenntnisse zu erhöhen. Das wird in 150 Schulen genutzt. Und wir bieten eine elektronische Lernplattform an, auf die Lehrer, Eltern, Schüler Zugriff haben.Elisabeth Czastka

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