Burgenland

Lehrling meldet sich via WhatsApp krank, wird gekündigt

In einem bekannten Betrieb wurde ein Lehrling widerrechtlich im Krankenstand gekündigt. Der 20-Jähriger erhält jetzt 6.500 Euro Entschädigung.

Christian Tomsits
Der erkrankte Lehrling stand plötzlich ohne Lehrstelle da. Doch die AK konnte ihm eine Entschädigung erkämpfen.
Der erkrankte Lehrling stand plötzlich ohne Lehrstelle da. Doch die AK konnte ihm eine Entschädigung erkämpfen.
Archiv (Symbolbild)

Als sein kranker Lehrling nicht zur Arbeit kam, sah ein burgenländischer Chef rot: Ohne zu zögern ließ er dem 20-Jährigen einen blauen Brief zustellen – darin enthalten: Keine Genesungswünsche oder aufmunternden Worte, sondern die sofortige  Entlassung. Begründet wurde das Schreiben damit, dass sich der Lehrling nicht krankgemeldet und somit seine Pflichten aus dem Lehrvertrag verletzt habe. Man setze ihn daher vor die Tür und schicke ihn zum AMS.

Krankmeldung via WhatsApp abgeschickt

Doch der junge Mann konnte nachweisen, das der Chef unrecht hatte und wandte sich an die AK Burgenland. "Der Betroffene konnte  einen Whats-App Verlauf vorlegen, dem man entnehmen konnte, dass er den Lehrbetrieb über die krankheitsbedingte Abwesenheit informiert hatte", erklärte Jeanine Szalay, die Jugendreferentin in der AK ist.

"Ein Lehrverhältnis kann rechtswirksam nur dann vorzeitig aufgelöst werden, wenn ein im Gesetz aufgezählter Grund vorliegt", so die Lehrlingsexpertin. "Und selbst wenn der Lehrling die Mitteilungs- und Nachweispflicht im Falle eines Krankenstandes verletzt hätte - was im konkreten Fall nicht vorlag - würde dies keinen Entlassungsgrund darstellen, sondern allenfalls den Verlust des Entgeltfortzahlungsanspruches", ärgerte sie sich.

Also schritt die Arbeiterkammer ein und konnte schnell eine außergerichtliche Einigung mit dem bekannten Betrieb erzielen. Der im Krankenstand gekündigte Lehrling erhielt nun 6.205 Euro Entschädigung zugesprochen – ob er aber je wieder seine Stelle antritt, ist unklar. "Wir raten in ähnlichen Fällen dazu, uns umgehend zu kontaktieren", so Szalay abschließend.

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