Lehrling muss im Urlaub in Quarantäne, um OP zu kriegen

OP kostet Lehrling Urlaubstage (Symbolbild).
OP kostet Lehrling Urlaubstage (Symbolbild).Getty Images/iStockphoto
Ein Lehrling (18) aus dem Mostviertel muss zwei Tage in Quarantäne, um überhaupt im Spital St. Pölten behandelt zu werden.

Konsterniert war eine junge Frau aus Niederösterreich, als sie von den Rahmenbedingungen für ihren operativen Eingriff erfahren hatte. 

Knie-OP im Spital

Die junge Frau aus dem Bezirk Sankt Pölten-Land war letzte Woche im Universtitätsklinikum St. Pölten vorstellig gewesen, eine kleinere Knie-Operation stand an.

Nur negativ in Haus G

Dabei erhielt die 18-Jährige ein Schreiben des Spitals: "Um das Risiko für andere Patienten und Personal so gering wie möglich zu halten, wird bei Ihnen ein Virustest durchgeführt. Ein negativer Test bedeutet, dass Sie zum Zeitpunkt der Abnahme, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, keine Covid-Viren ausscheiden. Das Ergebnis wird bis zum Nachmittag des nächsten Tages vorliegen. Im Falle eines positiven Tests werden wir Sie verständigen. Daher bitten wir um Ihre zuverlässige Kontaktnummer."

Würde keine Kontaktaufnahme erfolgen, hieße das laut Brief, dass von einem negativen Ergebnis auszugehen sei. In diesem Fall, und nur in diesem Fall, möge die junge Frau bitte termingerecht im Eingang Haus G erscheinen. 

Einverständniserklärung

Weiters steht wörtlich im Schriftstück: "Sie erklären sich bereit, bis zum Aufnahmezeitpunkt, jegliche Risikosituation zu vermeiden, insbesondere den Kontakt mit Personen außerhalb des Haushaltes."

"Ist Frechheit"

Der Lehrling war kurz perplex, antwortete mit einer Einverständniserklärung (siehe Fotostrecke) und meint aber: "In Wahrheit sind das zwei Tage Quarantäne und ich muss mir zwei Tage Urlaub nehmen. Das macht mich eigentlich sprachlos."

AK-Funktionär Samir Kesetovic meint: "Es sind in NÖ vermutlich Hunderte Menschen betroffen. Es bleibt damit unseren Arbeitnehmern nichts anderes übrig, entweder für 48 Stunden auf Entgelt zu verzichten oder Urlaub zu nehmen oder Zeitausgleich zu konsumieren, was wirklich eine Frechheit ist."

Stellungnahme des Klinikums

In einer Stellungnahme seitens des Universitätsklinikums St. Pölten heißt es zu dem Fall: "Um ein möglichst hohes Ausmaß an Sicherheit für die Patientinnen und Patienten zu erreichen, ist es notwendig, dass zwischen dem Testzeitpunkt und der stationären Aufnahme das Risiko einer COVID-Infektion reduziert wird. Dazu zählt insbesondere die Reduktion von vermeidbaren Kontakten außerhalb des eigenen Haushalts, da andernfalls genau in dieser Zeit eine Ansteckung erfolgen kann, die dann während des planbaren Krankenhausaufenthalts zu einer symptomatischen Infektion und damit zu vermeidbaren Komplikationen führen kann, was jedenfalls verhindert werden muss."

Und weiter: "Entsprechend werden die Patienten über diese Notwendigkeit informiert und aufgeklärt. Selbstverständlich obliegt es ausschließlich der Gesundheitsbehörde, eine Absonderung auszusprechen."

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