Leiche von Pablo Neruda wird zum 4. Mal begraben

Von Totenruhe kann nicht die Rede sein: Die Leiche des 1973 verstorbenen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda wird am Montag zum vierten Mal beerdigt. Er war 2013 zum dritten Mal exhumiert worden, diesmal um die Todesursache zu klären.
Pablo Neruda war ein chilenischer Dichter und bekennender Kommunist. Er setzte sich gegen Faschismus in seinem Land ein und war ein Freund vom früheren Präsidenten Salvador Allende, der 1973 vom späteren Diktator Augusto Pinochet gestürzt wurde.

Er starb nur 12 Tage nach dem Putsch von Augusto Pinochet, doch sein Tod gab noch 40 Jahre lang Rätsel auf, die zu drei Exhumierungen und vier Begräbnissen führte. Zum ersten Mal wurde er in der Hauptstadt Santiago de Chile begraben. Später wurde er dort einmal umgebettet.

1992 übersiedelten seine Überreste zur Isla Negra, 110 Kilometer östlich. Im Garten seiner Residenz wurde er mit seiner letzten Frau Matilde Urrutia beigesetzt.

Dreimal exhumiert, viermal begraben

Doch Ruhe fand er noch immer keine. 2013, vierzig Jahre nach seinem Tod, wurde er erneut exhumiert. Man vermutete, dass er nicht - wie offiziell dargestellt - an einer Krebserkrankung starb, sondern vergiftet wurde. Deshalb wurden Gewebeproben in Labors in Chile, den USA und Spanien geschickt.

Diese fanden jedoch keine Beweise für die Vergiftungstheorie. Die Krankenakte von Neruda ist nach wie vor verschollen.
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