Das Sezieren von Schädeln zu Lehrzwecken ist kein Verbrechen, doch im St. Pöltener Spital sollen fremde Praktikanten der Privat-Uni in Krems im Keller des Krankenhauses ihrem Diplom in Zahnmedizin näherkommen. Eine anonyme Anzeige wurde eingebracht, die Grünen wittern einen Skandal.
Diese Woche ging bei der Polizei eine anonyme Anzeige (Name der Redaktion bekannt) mit explosivem Inhalt ein. So sollen im Keller des St. Pöltener Spitals Kurse für private Kremser Studenten stattfinden. Auch sollen zu diesem Zweck Schädel aus Ungarn eingeführt worden sein - ohne Papiere.
Schädel aus Ungarn
"Da ich den Leichen im Keller des Krankenhauses in Sankt Pölten schon lange auf der Spur bin, bin ich froh, dass es endlich aktenkundig bei der Polizei ist", so die Grüne Gesundheitsombudsfrau Helga Krismer. Die Polizei soll diese Vorgangsweise nun gestoppt haben.
Von der Landeskliniken-Holding erfolgte prompt eine Stellungnahme: "So ein Schwachsinn. Die Polizei ermittelt sogar wegen Verleumdung", so Bernhard Jany. Laut Jany hat die Holding nur die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, die Schädel hätten die richtigen Papiere gehabt.
"Ich als Abgeordnete und Gesundheitsombudsfrau durfte nicht ins Spital und im Keller wird privat seziert. Jetzt wurden alle auf frischer Tat ertappt", poltert Krismer. Für sie bleibt vor allem eine Frage offen: "Wer hat das erlaubt?"Joachim Lielacher