Wirtschaft

Leitl: "Wir brauchen eine Entlastungsoffensive!"

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl spricht im "Heute"-Interview über nötige Wachstumsimpulse.
Heute Redaktion
14.09.2021, 02:11

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl spricht im "Heute"-Interview über nötige Wachstumsimpulse.

"Heute": Herr Präsident Leitl, was ist für Österreichs Wirtschaft DAS Thema 2015?

Christoph Leitl: Nach drei Jahren, in denen die Wirtschaft entgegen den Prognosen nicht vom Fleck gekommen ist, geht es vor allem um eines: Wir brauchen wieder ein ordentliches Wirtschaftswachstum! Klar ist, wir können nicht auf Wachstum warten. Wir müssen agieren statt bloß zu reagieren. Notwendig sind Investitionsanreize und eine Entlastungsoffensive.

"Heute": Ist die angekündigte Steuerreform eine solche Entlastungsoffensive?

Christoph Leitl: Eine Steuerreform muss Teil der Entlastungsoffensive sein. Wobei es um eine echte Entlastung – und zwar für Arbeitnehmer wie Betriebe gleichermaßen – geht und nicht um Belastungen an anderer Stelle. Daher ein klares Nein zu neuen Substanzsteuern. Die wären Gift für den Standort und das dringend nötige Wachstum.

"Heute": Was wäre ein "Medikament" für Österreich?

Christoph Leitl: Wachstumsimpulse wie eine Wohnbauoffensive und der Ausbau des Handwerkerbonus, der sich als echter Hit erwiesen hat. Eine Investitionszuwachsprämie und bessere Abschreibungsmöglichkeiten, die vor allem Klein- und Kleinstbetrieben helfen. Und natürlich die Drosselung der Bürokratie. Die Behörden sollten in erster Linie beraten, nicht strafen!

"Heute": Hilft uns der derzeitige Euro-Dollar-Kurs?

Christoph Leitl: Der schwächere Euro wirkt sich positiv auf unsere Exporte in Übersee aus und hilft uns gegen die Konkurrenz aus Asien und Amerika. Demgegenüber stehen jedoch die Situation unseres zweitwichtigsten Handelspartners Italien und zwischen Russland und der Ukraine. Ein leichter Exportzuwachs von 2,5 Prozent sollte sich heuer aber ausgehen.