Der Stau an der Auffahrt zur Gürtelbrücke kostet Autofahrern oft den letzten Nerv. Am Sonntag wählten einige Lenker einen ebenso kreativen wie illegalen Ausweg aus dem Chaos.
Das Rückwärts-Spektakel am Donaukanal sorgte bereits im vergangenen April für Schlagzeilen. Wegen des Staus vor der Auffahrt zur Gürtelbrücke schmissen auch am heutigen Sonntag wieder einige Autofahrer ihre Nerven weg und versuchten mit unorthodoxen Methoden zu entkommen.
Anstatt weiter im Schritttempo vorwärts zu schleichen, legten sie den Rückwärtsgang ein und reversierten eine rund einhundert Meter lange Rampe hinauf. Diese ist allerdings eine Auffahrt auf eben jene verstaute Donaukanalstraße und somit eine Einbahn – die Lenker befuhren sie in die entgegengesetzte Richtung.
Das bizarre Schauspiel ist nicht ungefährlich. Nicht nur einmal musste einer der Lenker seinen Kurs haarscharf korrigieren, um einer Kollision mit Leitplanken oder parkenden Autos zu entgehen. Auch der normale Fließverkehr auf der Heiligenstädter Lände wurde dabei in Gefahr gebracht, da plötzlich Autos auftauchten, wo es eigentlich unmöglich sein sollte.
Bis zu mehreren Hundert Euro Strafe
Das Reversieren über die Rampe ist noch dazu strafbar. Wie "Heute.at" bei der Polizei erfragte, drohen Lenkern, die dabei erwischt werden, sogar hohe Geldstrafen. "Die Verwaltungsstrafe kann bis zu mehreren Hundert Euro gehen", erklärte Polizeisprecher Patrick Maierhofer auf Anfrage.
Der dazugehörige Gesetzestext lautet:
1.) Das Rückwärtsfahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung in einer Einbahnstraße, wenn es nicht dem Einfahren in eine Parklücke dient, noch dazu mit einer Geschwindigkeit von zwanzig km/h, stellt ein unerlaubtes Fahrmanöver dar.
2.) Das unerlaubte Rückwärtsfahren in einer Einbahnstraße und die Einhaltung einer überhöhten Fahrgeschwindigkeit durch einen anderen, die Straße in der erlaubten Richtung benützenden Verkehrsteilnehmer stellen gleich schwer wiegende Verkehrsverstöße dar. Das Verschulden am Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge ist daher im Verhältnis 1 : 1 zu teilen.
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(rcp/pic)