Letzter Gutachter: Alen R. weit entfernt von Schizop...

Auch am vorletzten Prozesstag geht es um die Frage der Zurechnungsfähigkeit des Amokfahrers. Am Montag beharrte der Grazer Experte Peter Hofmann auf seiner Diagnose: Schizophrenie. Eine Meinung, die auch der deutsche Psychiater Jürgen Müller teilt. Ein dritter Experte widerspricht seinen Kollegen.

Der erste Gutachter, der am Mittwoch vor Gericht aussagt, ist Peter Müller. Der deutsche Psychiater stimmt mit . "Zum Zeitpunkt der Tat war das ein akuter Wahn. Er war nicht imstande, aus seinem Wahnsystem auszubrechen, er war gefangen", so Müller.

Wie passt das mit der "überdurchschnittlichen Intelligenz" zusammen, die ihm die Psychologin Antia Raiger bescheinigt hat? Richter und Opferanwälte stellen schonungslos ihre Fragen. Kann es nicht sein, dass er das alles nur vorspielt?

Müller bleibt dabei: "Es war ein wahnhafter, psychotischer Realitätsverlust. Es ist in ihm explodiert." So etwas könne man nicht spielen. Drei Stunden später sagt Experte Manfred Walzl etwas ganz anderes.

Auch er attestiert Alen R. eine "Persönlichkeitsstörung", soweit sind sich alle einig. Für zurechnungsfähig hält er Alen R. aber trotzdem, denn von Schizophrenie sei er weit entfernt: "Bei Schizophrenie verschmilzt man mit der Umwelt. Da spricht ein Baum, Vögel geben Zeichen", so Walzl. Im Falle von Alen R. komme Wahn aber erst nach einer Tat als Rechtfertigung zu Tragen.

Er beschreibt den 27-jährigen Angeklagten als selbstmitleidig, hilflos, impulsiv, zornig und ohne Mitgefühl für andere. Er habe durch diese extreme Gewalttat seinen darniederliegenden Selbstwert wiederherstellen wollen - vereint mit dem Wunsch, berühmt zu werden.

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