Aktuell liegen die "Veilchen" noch zwei Punkte hinter den Grün-Weißen, könnten also mit einem Sieg am Erzrivalen vorbeiziehen. Der letzte Austria-Erfolg in einem Derby ist allerdings bereits dreieinhalb Jahre her, gelang im Dezember 2018 mit dem 6:1-Kantersieg. Die letzten sechs Duelle mit den Hütteldorfern endeten mit einem Unentschieden.
Für Austria-Coach Manfred Schmid ist es das erste Derby vor den eigenen Fans, hat deshalb eine besondere Bedeutung für den 51-Jährigen. Schließlich verpasste der violette Coach das Duell in Hütteldorf mit einer Corona-Infektion. "Jeder weiß, wie ich das letzte Derby erleben durfte. Da wird mir jetzt noch schlecht", erinnerte sich Schmid nur ungern zurück. Deshalb ist die Vorfreude auf das Heim-Derby umso größer.
Für das Duell sind über 13.000 Tickets abgesetzt. Allerdings erhalten nur violette Abonnenten und Klubmitglieder die Chance, Karten zu kaufen. Dies sei auf Wunsch der Austria-Fans passiert, hieß es von Seiten des Klubs. "Die Unterstützung der Fans wird wieder einhundertprozentig sein. Ich erwarte Emotionen, der Heimvorteil wird riesig sein. Da an der Seitenlinie stehen zu dürfen, ist schon etwas Besonderes", ergänzte Schmid.
Im Duell mit dem Erzrivalen geht es aber um mehr als nur um den Sieg. Es geht auch um drei Millionen Euro. Platz drei in der Bundesliga-Schlusstabelle bringt die sichere Teilnahme an einer europäischen Gruppenphase. Den Druck erhöht diese Ausgangslage für die "Veilchen" aber nicht. "Wir haben eine super Ausgangslage. Es hängt von uns ab, was wir daraus machen. Die Chance ist aber riesig, die wollen wir ergreifen", so der Austria-Coach.
"Wir waren schon einmal in einer Endspiel-Situation, vier Runden vor dem Ende des Grunddurchgangs. Da haben nur wenige an uns geglaubt. Druck haben wir immer, aber auch wenn es nicht der dritte Platz werden sollte, wären zu Saisonbeginn alle damit glücklich gewesen", erinnert sich Schmid zurück, ergänzte: "Natürlich sind das drei Endspiele. Aber ich glaube nicht, dass das Derby vorentscheidend ist."
Entscheidend wird wohl sein, wie Schmid die Ausfälle in der Mittelfeld-Zentrale kompensiert. Eric Martel ist gesperrt, Matthias Braunöder fällt mit einer Bänderverletzung wohl aus. Damit muss der Austria-Coach auf die Stammbesetzung in der Mittelfeld-Zentrale verzichten. "Wir haben immer wieder viele Umstellungen. Es gibt zwei Ansätze: Entweder das System zu verändern, oder einen hinzustellen, der die Position noch nie gespielt hat."
Eine Alternative ist Alexander Grünwald. Der mittlerweile 33-Jährige bestreitet – genauso wie Kapitän Marus Suttner – sein letztes Derby. "Ich kann nur positiv über sie sprechen, es sind Top-Profis. Grünwald ist immer vorangegangen, hat die Spieler immer gepusht." Das soll nun auch am Sonntag der Fall sein...