Die libanesische Armee hat laut Angaben aus den USA begonnen, in drei Dörfern im Süden des Landes die Kontrolle vom israelischen Militär zu übernehmen. Dieser Schritt sei ein "direktes Ergebnis" der Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, am Montag. Konkret geht es um die Orte Froun, Srifa und Sautar al-Gharbiya. Ein Vertreter des libanesischen Militärs erklärte, dass die Armee ihre Patrouillen in diesen Gebieten verstärken werde.
Nach mehreren direkten Verhandlungsrunden haben der Libanon und Israel Ende Juni unter Vermittlung der USA einen Grundsatzvertrag unterschrieben. Dieser sieht unter anderem vor, dass sich die israelische Armee schrittweise aus dem Süden des Libanon zurückzieht. Die libanesischen Streitkräfte sollen dabei zunächst in mehreren sogenannten "Pilotzonen" die Kontrolle vom israelischen Militär übernehmen. So will man testen, ob es der Armee gelingt, die Hisbollah-Miliz zu entwaffnen und aus den Gebieten zu verdrängen.
Die Hisbollah, die vom Iran unterstützt wird, hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Iran-Krieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive. Momentan gilt eine brüchige Waffenruhe. Die Miliz lehnt sowohl ihre Entwaffnung als auch jegliche Gespräche mit Israel strikt ab.
Israel hat zuletzt bekräftigt, dass die Armee weiterhin in einer "Sicherheitszone" stationiert bleibt, die zehn Kilometer in den Libanon hineinreicht. Das israelische Militär führt laut libanesischen Medien auch weiterhin Angriffe im Süden des Landes durch.
Am Dienstag will US-Präsident Donald Trump den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus empfangen. Bereits am Sonntag hat Aoun mit US-Außenminister Marco Rubio gesprochen. Rubio lobte dabei Beirut für seine "entschlossenen Anstrengungen" auf dem Weg zu einem dauerhaften Friedensabkommen mit Israel. Israel und der Libanon befinden sich offiziell seit 1948 im Kriegszustand.