Österreich

Libro-Pleite: Anklage acht Jahre nach Crash

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:58

Acht Jahre, nachdem Libro in die Pleite geschlittert ist, müssen sich fünf der damaligen Manager vor dem Landesgericht Wiener Neustadt verantworten. Die Anklage lautet auf Untreue, Beteiligung an der Untreue, schweren Betrug und Bilanzfälschung.

"Bei Gericht ist eine Anklage der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt gegen fünf Personen eingebracht worden", gab Hans Barwitzius, der Sprecher des Landesgerichts Wiener Neustadt, gestern auf Anfrage der APA bekannt.

Die Vorwürfe lauten demnach auf Untreue, Beteiligung an der Untreue, schweren Betrug und Bilanzfälschung im Sinne des Paragrafen 255 Aktiengesetz. Die Namen der Angeklagten wollte der Gerichtssprecher vorerst nicht nennen: "Die Anklageschrift wird ihnen erst zugestellt, sie sollen davon nicht aus der Presse erfahren."

Ex-Libro-Boss im Visier

Wie die APA berichtet, soll es sich bei den fünf Angeklagten um den Ex-Libro-Chef Andre Rettberg, den ehemalige Finanzvorstand Johann Knöbl, Ex-Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Stiassny, dessen Stellvertreter Christian Nowotny sowie den Wirtschaftsprüfer Bernhard Huppmann handeln.

Im Falle einer Verurteilung drohen den Genannten bis zu zehn Jahre Haft - für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Seit 2002 wird ermittelt

Libro war im Sommer 2001 in die Pleite geschlittert. Von 2002 bis 2006 ermittelte das Landeskriminalamt Niederösterreich in der Causa.

Zu den Verdächtigen hatten ursprünglich zwölf Aufsichtsräte, die ehemaligen Vorstände sowie vier Wirtschaftsprüfer gezählt.

Der Libro-Konkurs zählt zu den größten Wirtschaftspleiten in Österreich. Tausende Kleinanleger und zahlreiche Gläubiger verloren viel Geld. Allein die Telekom Austria musste Anteile im Wert von 87 Millionen Euro abschreiben.

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