Mit der Drohung, Bomben in Filialen hochgehen zu lassen, wurde Lidl in Deutschland von eiskalten Verbrechern erpresst. Die Täter untermauerten ihre Forderung mit einer Bombenexplosion im April, bei der eine Verkäuferin verletzt wurde. Nun hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen- ein Pärchen, das sich von dem Geld ein Traumhaus in Spanien kaufen wollte.
Laut der lokalen Zeitung "derwesten.de" handelt es sich um ein Pärchen. Rüdiger D. (48) und Liana D. (54) sollen hinter der feigen Erpressung stecken, mit der Diskonter-Riese Lidl unter Druck gesetzt wurde. Motiv: Sie wollten sich den Traum von einem Haus in Spanien erfüllen.
Laut Bericht forderten die Täter eine Million Euro, damit keine Bombe hochgeht. Lidl sei kein Risiko eingegangen und habe die Summe teilweise bezahlt. Am Donnerstag soll Lidl dazu offiziell Stellung nehmen.
Die Ermittler hatten das Erpresser-Paar längere Zeit observiert. Für die Geldübergabe wählte das Duo einen ungewöhnlichen Weg: Unter falschen Personalien hatten die beiden Gelsenkirchener drei Prepaid-Kreditkarten erworben. Dieses Zahlmittel gibt nur das Geld frei, das vorher auch eingezahlt wurde. Maximal lassen sich aber nur 320 Euro pro Tag am Bankomat beheben - ein mühsamer Weg also, bis eine Million zusammenkommt.
Weiters forderte das Pärchen, dass Lidl monatlich 3.000 Euro auf die drei Konten einzahlen sollte. Zum Schein ging der Diskonter auch darauf ein und zahlte. Im Hintergrund liefen die Ermittlungen, schnell kam man den Erpressern auf die Spur, denn sie wurden an Geldautomaten in Bochum, Herne und Gelsenkirchen gefilmt, wo sie insgesamt 1.200 Euro behoben. Sie rechneten offenbar mit der Observierung, denn an den Bankomaten tarnten sie sich mit Hut, Sonnenbrille und Gesichtsmaske. Jetzt sitzen sie in U-Haft. Beide haben Geständnisse abgelegt. Der Anwalt von Liana D. sagte im Interview mit der "WAZ": Meine Mandantin war sich der Schwere dieser Tat nicht bewusst, glaube ich".
Der Alptraum hatte am 15. April seinen Ausgang genommen. Damals ging eine ferngezündete Bombe in einer Lidl-Filiale in Herten in Nordrhein-Westfalen hoch, eine 37-jährige Mitarbeiterin wurde verletzt. Nach der Tat langte per E-Mail ein Bekennerschreiben in der Lidl-Zentrale ein.