Lidl will giftige Chemikalien bis 2020 verbannen

Lidl, der zweitgrößte Diskonter der Welt, verpflichtet sich bis zum Jahr 2020 alle umwelt- und gesundheitsgefährlichen Chemikalien aus der Textilproduktion zu verbannen. Das Unternehmen veröffentlicht dazu am Mittwoch eine entsprechende Erklärung.

"Der globale Handelsriese Lidl macht einen großen Schritt in Richtung giftfreie Zukunft", sagt Nunu Kaller, KonsumentInnensprecherin bei Greenpeace Österreich. Nun müssten andere nationale und internationale Unternehmen nachziehen, so Greenpeace.

Lidl hatte schlecht abgeschnitten, als . In einem Supermarkt-Einkaufsratgeber attestierte die Umweltschutzorganisation dem Unternehmen auch Schwächen bei Rohstoffeinsatz, Wiederverwertbarkeit der Textilien und Sozialstandards in der Fertigung.

Nun will Lidl gefährliche Schadstoffe wie Alkylphenolethoxylate (APEOs ) bis Ende Juni 2016 verbannen. Aus APEOs entstehen im Abwasser umweltgefährdende Alkylphenole, die hochgiftig für Wasserorganismen sind. Per- und polyfluorierte Chemikalien, von denen einige das Immunsystem und die Fortpflanzung schädigen können, müssen bis spätestens Juli 2017 aus Textilien, Schuhen und Heimtextilien verbannt werden. Um mehr Transparenz in die Lieferkette in den Produktionsländern Asiens zu bringen, sollen 80 Prozent der Lieferanten von Lidl ihre Abwasserdaten bis Ende 2015 offenlegen. Die Verpflichtung bezieht sich auf Stoffe und Leder im gesamten Bekleidungs- und Schuhsortiment. Außerdem gehören alle Heimtextilien wie Handtücher, Gardinen oder Teppiche dazu.

Der Handel mit Kleidung wird auch in Österreich immer wichtiger: Lidl Österreich gehört im Bereich Textil-Umsatz zu den Top 3 der Diskonter in Österreich.

 
Zuletzt hatte der angekündigt, die Produktion zu entgiften und sogar ein Rücknahme- und Recycling-Programm aufzusetzen.

Bereits 21 international führende Modeunternehmen sowie sechs italienische Lieferanten haben sich im Zuge der Detox-Kampagne von Greenpeace verpflichtet, ihre Produktion bis 2020 zu entgiften. Die Abwässer der Textilfabriken vergiften Flüsse und Trinkwasser vor allem in den asiatischen Produktionsländern. In China sind etwa zwei Drittel der Gewässer mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien kontaminiert, vor allem aus der Textilindustrie.

 

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