Die tolle Resonanz auf meinen ersten Artikel hat mich sehr gefreut und bestätigt meine Überzeugung, dass Kunst und Kultur für alle ein Anliegen sind und sein sollen. Ich jedenfalls bin stolz darauf, in "Heute" für Sie - unbestechlich und unabhängig - über Kunst zu schreiben, diesmal über Carsten Höller.
Die tolle Resonanz auf meinen ersten Artikel hat mich sehr gefreut und bestätigt meine Überzeugung, dass Kunst und Kultur für alle ein Anliegen sind und sein sollen. Ich jedenfalls bin stolz darauf, in "Heute" für Sie – unbestechlich und unabhängig – über Kunst zu schreiben, diesmal über Carsten Höller.
Auch wenn die Kunstfreunde im Gegensatz zur Wiener Kulturpolitik längst bemerkt haben, dass das zeitgenössische Kunstgeschehen in Wien zunehmend an Fahrt verliert und private Institutionen wie die Generali Foundation und die Bawag für immer ihre Tore schließen, hält das TBA21 (Thyssen-Bornemisza Art Contemporary) der Francesca von Habsburg weiterhin die Fahne der zeitgenössischen Kunst hoch. Nun ist der belgische Kunstzampano Carsten Höller im TBA21 im Augarten zu sehen.
Höller gehört zu den internationalen Topkünstlern und machte sich mit spektakulären Ausstellungen im Guggenheim Museum in New York und auf der berühmten Kunstbiennale Venedig einen Namen. In Österreich war er im "Architekturjuwel" Kunsthaus Bregenz mit einem Riesenkarussell zu sehen. "Leben" heißt seine Wiener Schau und dreht sich um Zeit, Schlaf und Träume. Da kann man sich gar als Schlafgast gegen Entgelt in einer Bettskulptur von Höller zur Übernachtung anmelden. Vorher gibt es eine vom Künstler entwickelte, mit Wermutöl angereicherte "traumanregende" Zahnpaste. Und dann ab ins Kunstbett, in dem man in drei Metern luf t iger Höhe schlummert.
Wer nicht schwindelfrei ist oder sich die Gebühr sparen will, kann im Flotation-Tank Schwerelosigkeit üben oder das Zwitschern gesangstrainierter Gimpel genießen. Vor der Halle im Augarten zeigt der Künstler wundersame, übergroße Giftpilze: Fantasiegebilde aus Fliegenpilz, Tintling und Hallimasch. Carsten Höllers Werk stellt den Alltag und die Logik auf den Kopf und macht Kunst als sinnliches Vergnügen erlebbar. Höller, das TBA21 und der wunderbare Augarten sind einen Besuch wert. Hoch lebe die Kunst .