Der Vorwurf der Nötigung, Verleumdung und falschen Beweisaussage brachte einen pensionierten Polizisten aus NÖ am Mittwoch auf die „andere Seite“ des Gesetzes, nämlich auf die Anklagebank am Landesgericht Wr. Neustadt.
Der Exekutivbeamte im Ruhestand war elf Jahre lang mit einer rund 25 Jahre jüngeren Frau, eine Parkraumüberwacherin, verheiratet. Nur: Die Trennung soll der Beamte nie überwunden haben. Nach dem Auszug der Frau soll er laut Anklage eine E-Mail an sie geschrieben und darin 7.500 Euro für die Renovierung der Wohnung verlangt haben.
Käme sie der Zahlung nicht nach, müsse er ihr mutmaßliche Fehlverhalten dem Vorgesetzten melden. Denn die 40-Jährige soll bei einigen Unternehmern und Standlern in der Badener Innenstadt ein Auge zugedrückt haben und dafür gratis verköstigt worden sein. Er erstattete Anzeige wegen Missbrauchs der Amtsgewalt und Bestechlichkeit.
„Sie kam immer mit vollem Gemüsesackerl vom Dienst heim“, so der Polizist beim Prozess. Dem widersprachen aber die Ex-Frau sowie die Innenstadtunternehmer im Zeugenstand. „Mein Ex will mir nur schaden“, so die Parkraumüberwacherin.
"Sie zog von einem Tag auf den anderen aus", so der Beamte noch sichtlich gekränkt bei der Verhandlung.
Der gekränkte Polizist kam schließlich mit einer Geldbuße im Rahmen einer Diversion in der Höhe von 2.070 Euro wegen Nötigung davon (nicht rechtskräftig). Von der Verleumdung und Falschaussage wurde indes freigesprochen.