Szene

Lied im Steirer-Dialekt: Mann will Schmerzensgeld

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:05

Das Lied "Kohlhauser" der Band König Leopold in starkem oststeirischen Dialekt ist im Radio und auf YouTube der große Hit. Nun verlangt Fleischer Josef Kohlhauser aus Mönichwald im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld Schmerzensgeld. So trage das Lied nicht nur seinen Namen, auch der Gesang sei seinem Dialekt nachempfunden.

Das Lied "Kohlhauser" der Band König Leopold in starkem oststeirischen Dialekt ist im Radio und auf YouTube der große Hit. Nun verlangt Fleischer Josef Kohlhauser aus Mönichwald im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld Schmerzensgeld. So trage das Lied nicht nur seinen Namen, auch der Gesang sei seinem Dialekt nachempfunden.

Das Lied machte auf YouTube die Runde, auch der Radiosender FM4 spielt es am laufenden Fließband. Es handelt von einem Fleischer und ist in oststeirischem Akzent gehalten. Herzstück des Liedes ist der Textteil "Holt die Goschn" im mehrmals wiederkehrenden Refrain.

Für die Band König Leopold ist der Song ein Riesenerfolg, doch Fleischer Josef Kohlhauser aus Mönichwald ist erbost. Da sich das Lied um einen Fleischer dreht, der Titel seinen Namen trägt und auch der Akzent laut Kohlhauser ihm nachempfunden ist, verlang er nun Schmerzensgeld. Zehn Cent pro YouTube-Klick sollen die Musiker zahlen. Bei 79.372 Klicks (Stand: Mittwochvormittag) wären das bereits 7937 Euro.

Enkel werden in der Schule gehänselt

Kohlhauser fühlt sich durch den Song geschädigt. In einem Bericht der "Kleinen Zeitung" klagte er über die Konsequenzen der medialen Aufmerksamkeit: "Die Enkelkinder trauen sich schon fast nicht mehr in die Schule, da heißt's dann immer: 'Ah, hör, dein Opa.'" Als er vor kurzem mit seiner Frau im Wartezimmer des Augenarztes saß, tönte plötzlich das Lied aus den Lautsprechern.

Er habe die Band bereits angerufen: "G’lacht haben’s blöd", erzählte Kohlhauser. Doch auch das Gesangsduo hat sich mittlerweile einen Anwalt genommen und verteidigt sich: Die Nummer handle von einer fiktiven Figur Kohlhauser, rechtfertigte sich Bandmitglied Leo Riegler gegenüber der "Kleinen Zeitung". Das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen.

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