Drei Weltcuprennen hat die Vorarlbergerin in ihrer Karriere bereits gewonnen, dazu eine kleine Slalom-Kristallkugel. Doch aktuell fährt Liensberger ihrer Bestform deutlich hinterher. Mit Star-Coach Livio Magoni sollte die 25-Jährige eigentlich einen großen Schritt nach vorne machen, es kam aber anders. Liensberger ist ein Schatten ihrer selbst, vor der WM folgte die Trennung von Magoni, die beiden fanden nie zueinander, es gab Kommunikationsprobleme. Bei den Titelkämpfen selbst läuft es nicht besser. Als 20. verpasste die Titelverteidigerin die Qualifikation für den Parallelbewerb. Im Riesentorlauf am Donnerstag wurde sie 24. im Finale der Top-30.
Mit Blick auf die aktuellen Ergebnisse der Vorarlbergerin fand auch "ORF"-Expertin Alexandra Meissnitzer klare Worte, ging vor allem mit Liensbergers Skifirma "Rossignol" hart ins Gericht. "Man braucht Material, das ihre Fahrweise unterstützt. Wenn das nicht passt, dann schleichen sich Fehler ein", erklärte Ex-Skiläuferin Meissnitzer, die das Rennen als Co-Kommentatorin begleitete. "Alle entwickeln das Material, man kann nicht immer auf Altbewährtes zurückgreifen, dann bist du einen Schritt hinterher. Es geht immer voran, jeder entwickelt", so Meissnitzer.
Und erklärte schließlich, woran es bei Liensberger gerade mangelt. "Man hat das Gefühl, dass sie keinen Schaufeldruck bekommt. Dann verzögert sie den Schwung. Wenn dann ihre Skifirma Rossignol hergeht und sagt: 'Wir können da noch etwas machen', dann kann sie über das Material wieder zurückkommen", meinte Meissnitzer, doch genau dies passiere aktuell nicht, stattdessen werde auf altes Riesentorlauf-Material vertraut. Vor Saisonbeginn wurde Raphael Hudler, der langjährige Servicemann der Technikerin, abgeworben, wechselte zu Marcel Hirschers Skifirma "Van Deer".
Mit der Unterstützung des kurzfristig engagierten Mental-Coaches Matthias Berthold sei es nicht getan. "Es braucht auch die Skifirma. Die Katharina sollte aber selbst spüren, was es braucht", schloss Meissnitzer.
Liensberger selbst unterstrich die Analysen der "ORF"-Expertin, erklärte, dass sie in beiden Riesentorlauf-Durgängen keinen Zug auf den Ski bekommen habe. "Daran gilt es jetzt zu arbeiten", so die 25-Jährige. Trotzdem blickt sie zuversichtlich auf den WM-Slalom am Samstag. "Es ist eine neue Disziplin, ein neuer Tag, die Uhren stehen auf Null", meinte die Vorarlbergerin mit einem gezwungenen Grinsen im Gesicht...