Wintersport

Liensberger: "Silber für Opa, den ich verloren habe"

Katharina Liensberger erobert Slalom-Silber! Die Vorarlbergerin kann ihr Glück nach schweren Wochen im Weltcup kaum fassen.
Sebastian Klein
09.02.2022, 08:20

Die Vorbereitung auf Olympia lief alles andere als nach Wunsch. Eine Corona-Infektion setzte Katharina Liensberger außer Gefecht. In den Wochen vor den Winterspielen war die Form plötzlich weg. Am Dienstag gelingt die große Überraschung: Die Vorarlbergerin rast in der Entscheidung des Slaloms vom siebenten auf den zweiten Platz.

Nur acht Hundertstelsekunden trennen Liensberger vom Olympiasieg, der an die Slowakin Petra Vlhova geht. Silber strahlt für Österreichs Doppelweltmeisterin in Peking aber ebenso hell. Der ÖSV-Star zeigt sich im Zielraum euphorisch: "Es ist unglaublich - dass ich das so zeigen konnte. Wo es in der Saison nicht leicht war. Ich bin superhappy."

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Liensberger richtet Grüße in die Heimat aus: "Ich bin dankbar für das ganze Team, für meine Familie. Für meinen Opa, den ich verloren habe - die Saison ist auch für ihn. Es war heute sehr schwierig. Ich wusste, wie die Voraussetzungen waren nach diesem Jahr. Ich war nach der letzten Saison nicht sicher, was ich erreichen kann. Mir bedeutet das so viel."

Die Medaillen-Gewinnerin über die Schwierigkeiten des Rennens: "Es war vom Schnee total anders. Auch im Training war es anders als heute. Das ist das spezielle an Olympia - das Dinge immer wieder speziell sind und man sich drauf einstellen muss. Ich sag Danke an meinen Servicemann - wir haben so lange herumgetüftelt und am Ende die richtige Einstellung gefunden."

ÖSV-Cheftrainer Christian Mitter: "Das Rennen ist für uns super ausgegangen. Es war ein richtiger Olympiaslalom, wo bis zum Schluss alles passieren konnte. Es freut mich für die Katharina. Der 2. Durchgang hat einfach mehr drinnen gehabt - der Mauro hat ein paar Stellen reingebaut, wo man Zeit gewinnen kann. Das hat die Katharina und die Petra top genutzt. Dass die Kathi nervenstark ist, hat sie im Vorjahr schon gezeigt. Heute hat der Speed nicht ganz gepasst - aber sie hat es erzwungen und die Silbermedaille ist verdient. Olympia ist einfach ein großes Rennen - natürlich wird man belohnt mit einer Medaille."

Katharina Liensberger strahlt mit Petra Vlhova und Wendy Holdener vom Olympischen Podium.
Gepa

Siegerin Petra Vlhova: "Der Plan war, einfach zu attackieren und auf Sieg zu fahren. Natürlich war es nicht einfach. Nach dem 1. Durchgang war ich sauer und traurig - weil es nicht so war, wie ich fahren kann. Mein Team glaubt aber an mich - hat mich bestärkt. Sie haben gesagt: Denk nicht nach, fahr einfach. Und wenn es aufgeht, dann passt es. Und jetzt stehe ich hier und bin Olympiasiegerin. Ich kann es gar nicht wirklich glauben. Natürlich habe ich Druck verspürt. Ich wollte den nicht aufkommen lassen. Ich bin noch nie zu Olympia als Top-Favoritin angereist. Für mich bedeutet diese Medaille sehr viel. Ich habe als Kind von Olympia-Medaillen geträumt."

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