Gesundheit

Studie testet weltstärkstes Halluzinogen als Medizin

Die höchstpotente psychoaktive Substanz Dimethyltryptamin (DMT) wird Freiwilligen injiziert, um Wirkung und eventuellen Nutzen zu erforschen.
23.02.2023, 22:59
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Dimethyltryptamin oder einfach auch DMT ist das stärkste Halluzinogen der Welt. In einer Studie des Universitätsspital Basel (Schweiz) wird die Wirkung dieser höchstpotenten psychoaktiven Droge nun erforscht. Durch die intravenöse Verabreichung soll dessen Auswirkungen auf Körper und Geist erforscht werden. Die Substanz soll isoliert in der Psychedelika-Assistierten Therapie eingesetzt werden, heißt es.

Positive Wirkung bei Depressionen

DMT könne, nach Aussage des Studienleiters Matthias Liechti "als Medikament genutzt werden. Eine erste Studie in den USA zeigte eine positive Wirkung bei Depression." Diese These soll jetzt im Unispital überprüft oder entsprechend widerlegt werden. Zu Vergnügungszwecken werde "DMT auch inhaliert." Dabei reichen bereits 20–60 Milligramm für einen fünf bis 15-minütigen, intensiven psychedelischen Trip. "Die Anwendung intravenös macht für uns im medizinischen Kontext Sinn", erklärt er. Da die Dosierung und Wirkung so besser kontrolliert werden könne.

Drogen als Therapie?

Seit einigen Jahren wurden weltweit verschiedenste Studien genehmigt, die untersuchen sollen, ob illegale psychoaktive Drogen, wie etwa LSD, im therapeutischen Setting einen Mehrwert mit sich bringen oder nicht. Warum DMT gegenüber LSD und Psilocybin von speziellem Interesse sei, begründet Matthias Liechti wie folgt: "Der Vorteil wäre eine starke Wirkung über nur wenige Minuten oder zum Beispiel eine Stunde im Gegensatz zur viel längeren Wirkung von LSD und Psilocybin." Ein kontrolliertes und getestetes Medikament auf der Basis von DMT "könnte für die Praxis und Finanzierbarkeit von Interesse sein", so Liechti weiter. In der Studie würden verschieden hohe Dosen und die Steuerbarkeit der Wirkungen erforscht werden.

Nicht alle sind fit für den Trip

Über die nächsten zwei Jahre sollen verschiedene Studien zur Substanz von der Forschungsgruppe durchgeführt werden. Es werden auch immer noch Freiwillige gesucht, die sich auf einen Trip einließen. "Nach einer eingehenden Voruntersuchung und Information zur Studie nimmt man ja nach Studie an vier bis sechs Sitzungen teil, die zum Beispiel alle zwei Wochen stattfinden", sagt Liechti zum Ablauf der Studie.

Jedoch seien nicht alle Menschen für die Teilnahme geeignet: "Man darf nicht an einer psychotischen Störung leiden oder eine solche in der Familie haben", warnt der Studienleiter. Die Wirkung sei so oder so nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: "Die akute Wirkung kann zudem Angst auslösen, zum Beispiel in den höchsten geprüften Dosen."

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