Zwischen Genie und Wahnsinn! Eine Stunde lang ließ Mario Balotelli beim 0:0 in Basel seine Klasse immer wieder aufblitzen. Und dann wandte sich der Italiener plötzlich mit ausgestrecktem Mittelfinger an die pfeifenden Basel-Fans.
Der Italiener war sauer, weil Schiedsrichter Bieri zuvor ein Foul ab ihm nicht gepfiffen hatte, dafür direkt danach Sion-Teamkollege Baltazar wegen einer Tätlichkeit mit Rot vom Platz stellte. Während seiner Behandlungspause ließ sich Balotelli dann zur abschätzigen Geste hinreißen.
Dieses Mal dürfte der 32-Jährige allerdings froh gewesen sein, dass Schiedsrichter Bieri nicht genau hingeschaut hatte. Auch der VAR meldete sich zur Überraschung des Basler Publikum nicht – ein klarer Fehler. Vor drei Wochen hatte Winterthur Samir Ramizi den GC-Anhänger ebenfalls den Mittelfinger gezeigt und hatte anschließend nach VAR-Intervention Rot gesehen.
"Klar, das ist Rot", sagt Schiedsrichter-Experte Adrien Jaccottet vom Sender "blue" zur Balotelli-Szene. "Ich glaube, der VAR hat hier etwas verpasst. Das darf eigentlich nicht passieren." Gleichzeitig nahm der ehemalige Schiedsrichter seine Ex-Kollegen auch in Schutz. "Der VAR ist in dieser Szene mitten in der Überprüfung der anderen Roten Karte". Da könne es leider passieren, dass der Video-Schiri mal etwas übersehe. "Ich gehe schwer davon aus, das die Liga nun ein Verfahren gegen Balotelli einleiten wird", so Jaccottet.
ÖFB-Teamkeeper holte mit dem 0:0 gegen seinen Ex-Klub Basel einen Punkt, blieb ohne Gegentor.