Politik

Lindner nimmt Mandat als "freie" Abgeordnete an

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:43

Die frühere ORF-Generaldirektorin Monika Lindner wird in den Nationalrat einziehen - und zwar als "freie" Abgeordnete. Das gab sie gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" bekannt. Auch im Büro von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) bestätigte man diesen Schritt: Lindner habe die Präsidentin über ihre Entscheidung schriftlich informiert, hieß es.

Die frühere wird in den Nationalrat einziehen – und zwar als "freie" Abgeordnete. Das gab sie gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" bekannt. Auch im Büro von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) bestätigte man diesen Schritt: Lindner habe die Präsidentin über ihre Entscheidung schriftlich informiert, hieß es.

Die ehemalige ORF-Chefin hatte bei der Wahl auf der Liste des Team Stronach kandidiert. Sie kündigte der neuen Partei aber bereits Tage nach ihrer Nominierung die Gefolgschaft auf, nachdem der damalige Stronach-Klubchef Robert Lugar sie als "Speerspitze" gegen den ORF und Raiffeisen bezeichnet hatte. Laut "TT" wollte die gebürtige Tirolerin die Bundeswahlbehörde und das Team Stronach noch am Montag von dieser Entscheidung informieren.

Einen Wechsel in einen anderen Klub wird es laut Lindner, die bereits in ihrer Amtszeit als ORF-Chefin als ÖVP-nahe galt, nicht geben. Sie habe sich nicht um Aufnahme bemüht, auch seitens der Partei habe es keine Versuche gegeben, sie in den schwarzen Klub zu holen.

"Das hielte ich nicht für ehrenhaft"

"So geht’s nicht, dass man ein Mandat nimmt und dann sagt Adieu und woanders hingeht. Das hielte ich nicht für sehr ehrenhaft", sagte sie gegenüber der "TT". Es sei eine "schwierige Entscheidung" gewesen, "weil ich nicht auf unehrliche Weise ein Mandat an mich reißen wollte. Aber meine Rechtfertigung beziehe ich daraus, dass als freie Abgeordnete ja auch Anträge des Teams Stronach unterstützen kann, wenn ich sie für richtig halte.“

Der Einstieg in die Politik sei schon länger ihr Wunsch gewesen, erklärte Lindner. Sie habe das auch schon bald nach ihrem Ausscheiden aus dem ORF Ende 2006 bei der ÖVP deponiert – ohne Erfolg. Dann sei das Angebot von Frank Stronach gekommen. Das Programm der Partei habe sie als Alternative gesehen, "um den Stillstand dieser zwei Großparteien" zu beenden, sagte sie der "TT". Nach den Aussagen von Lugar habe sie aber nicht mehr mitkönnen, diese hätten sie "existenziell beschädigt".

Stronach nicht verärgert, aber enttäuscht

Team Stronach-Chef Frank Stronach, der derzeit wieder in Kanada ist,  erklärte zu Monika Lindners Entscheidung, ihr Mandat als "freie Abgeordnete" anzunehmen: "Es ist, wie es ist. Ich bin nicht verärgert, ich bin höchstens enttäuscht. Aber auch da wird es darauf ankommen, wie sie sich benimmt." Stronach hofft, dass eine Zusammenarbeit möglich ist: "Vielleicht hat sie mit Kathrin Nachbaur ausgemacht, dass sie unsere Anträge im Parlament unterstützt."

Nachbaur: "Vorgangsweise nicht fair"

Mit einem knappen Statement hat die stellvertretende Bundesparteichefin Kathrin Nachbaur auf die Entscheidung von Lindner reagiert. "Ich nehme das zur Kenntnis", sagte sie in einer Pause der Bundesdirektoriumssitzung in Salzburg. "Ich weiß, dass sie unser Parteiprogramm für gut befindet. Sie hat auch den Ehrenkodex unserer Partei unterschrieben", so Nachbaur. "Ich nehme an, dass sie bei unseren Anträgen mitstimmt." Auf Facebook schrieb sie dann: Es handle sich um ein Mandat des Team Stronach, "ich finde ihre Vorgangsweise nicht fair".

Ähnlich zurückhaltend wie Nachbaur gab sich auch Ex-Miss World Ulla Weigerstorfer, die bei einem Verzicht von Lindner nachgerückt wäre: "Das ist ihr Recht. Emotional muss sie das mit sich selbst ausmachen."

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