Im Netzwerkcode des Linux-Kerns wurde eine kritische Schwachstelle entdeckt, die nahezu alle gängigen Linux-Distributionen betrifft. Debian, Red Hat, SUSE und Ubuntu zählen zu den betroffenen Systemen.
Die Lücke im TCP/IP-Stack ermöglicht es Angreifern, übers Netzwerk eigenen Code einzuschleusen und auszuführen. Mit einem CVSS-Score von 9,8 erreicht sie die höchste Gefahrenstufe.
Laut heise.de entdeckte Anthropics KI-System Claude die Sicherheitslücke bei systematischen Tests. Der Fehler schlummerte seit rund elf Jahren unbemerkt im Code des Linux-Kerns, den Millionen von Systemen nutzen.
Bei der Schwachstelle handelt es sich um eine sogenannte Race-Condition. Dabei kann ein Angreifer den Linux-Kernel dazu bringen, auf einer CPU Speicher zu verwenden, den kurz zuvor eine andere CPU bereits freigegeben hatte.
Betroffen sind alle IPv4-Implementierungen seit Version 4.4 des Linux-Kerns. Die IPv6-Umsetzung ist hingegen nicht betroffen. Aktuell arbeiten die Linux-Distributoren mit Hochdruck an Updates für die betroffenen Systeme.
Der bislang einzige bekannte Exploit stammt von Anthropic und ist nicht öffentlich verfügbar. Er bezieht sich auf sogenannte Multipath-TCP-Verbindungen, eine TCP-Option, die ein Serverdienst explizit anfordern muss.
Experten warnen, dass KI-Systeme künftig systematisch solche Sicherheitslücken in gewachsenen Codebasen aufdecken könnten. Auf Nutzer kommt damit eine große Welle an Schwachstellen zu, die über Jahrzehnte angehäuft wurden.