Linzer Ärzteteam näht gleichzeitig zwei Arme an

Die beiden Chirurgen Stefan Froschauer (li) und Richard Schnelzer vor dem Röntgenbild des abgetrennten Armes des Pensionisten.
Die beiden Chirurgen Stefan Froschauer (li) und Richard Schnelzer vor dem Röntgenbild des abgetrennten Armes des Pensionisten.Bild: KUK
Riesenerfolg für die Chirurgen am Linzer Keplerklinikum! In mehrstündigen OP's konnte die Ärzte bei zwei Patienten abgetrennte Arme wieder annähen.
Der OP-Marathon begann für die beiden Ärzteteams mit rund 20 Spezialisten am Montag gegen 11.15 Uhr. Beinahe zeitgleich wurden zwei Patienten nach schweren Arbeitsunfällen im Keplerklinikum Medcampus 3 eingeliefert.

Ein Pensionist (71) aus Scheibbs in Niederösterreich hatte sich bei Forstarbeiten den linken Unterarm komplett abgetrennt ("Heute" berichtete).

Nur Augenblicke danach wurde eine schwer verletzte 58-Jährige aus dem Bezirk Perg ins Krankenhaus gebracht. Sie hatte mit einer Kreissäge gearbeitet und war dabei mit dem rechten Unterarm in die Maschine geraten. Dieser war zum Teil abgetrennt.

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Eingriffe eine logistische Herausforderung



In solchen Fällen gehe es um jede Minute, damit die Blutversorgung so schnell wie möglich wieder hergestellt werden kann. "Es war so, dass die Patienten durch die gute Rettungskette und die hervorragende Organisation bei uns innerhalb von einer halben Stunde operationsfertig waren", so Unfallchirurg Stefan Froschauer zu "Heute".

Die Eingriffe waren auch eine logistische Herausforderung. Laut Froschauer wurden zwei mikrochirurgische, handchirurgische Notfallteams gebraucht, um die Operationen parallel durchführen zu können.

Bei der Frau dauerte die Operation rund drei Stunden. Bei dem Pensionisten waren die Top-Chirurgen Froschauer und Richard Schnelzer acht Stunden im OP-Saal beschäftigt.

Beide Arme konnten wieder angenäht werden.

Laut ersten Informationen aus dem Spital geht es den Patienten „den Umständen entsprechend gut". Die angenähten Extremitäten seien „gut durchblutet". Beide Patienten konnten auch schon auf die Normalstation verlegt werden. "Ich habe in der Früh nach der Operation mit dem Pensionisten gesprochen. Er glaubte nicht daran, dass der Arm zu retten sei", so Froschauer.

Wie sich Nerven und Muskeln entwickeln, bleibe aber abzuwarten. Übrigens: Die Marathon-OP war nicht die längste für Froschauer. "Ich stand schon einmal 13 Stunden im OP-Saal", verrät der Chirurg im "Heute"-Gespräch.





(mip)

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