Österreich

Linzer Bürgermeister Dobusch zurückgetreten

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:43

Der längst dienende Stadtchef einer Landeshauptstadt nimmt nach einem verlustreichen Spekulationsgeschäft den Hut. In einer Pressekonferenz am Mittwoch gab Franz Dobusch (SPÖ) wie erwartet seinen Rücktritt bekannt.

Der längst dienende Stadtchef einer Landeshauptstadt nimmt nach einem verlustreichen Spekulationsgeschäft den Hut. In einer Pressekonferenz am Mittwoch gab Franz Dobusch (SPÖ) wie erwartet seinen Rücktritt bekannt.

Der 62-Jährige blickte auf "eine ganz gute Bilanz" zurück und kündigte seinen Rücktritt für voraussichtlich 7. November an. Nachfolger wird Dobuschs bisheriger Vize Klaus Luger (52). Neues Stadtsenatsmitglied soll Stefan Giegler (53) werden, er sitzt seit 2003 für die Sozialdemokraten im Gemeinderat.

25 Jahre lang Stadtvater

Mit Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) verabschiedet sich ein Stück Stadtgeschichte aus der Linzer Politik. Der heute 62-Jährige war bei seinem Antritt 1988 mit 36 Jahren nicht nur das jüngste Oberhaupt einer Landeshauptstadt, sondern ein Vierteljahrhundert später auch das am längsten dienende. Ihm war unter anderem die Positionierung der Stahlstadt als Kulturmetropole ein Anliegen. Auf seine Fahne schreibt sich Dobusch auch die Sanierung der Linzer Luft und die Entwicklung zur "sozialen Musterstadt".

Zuletzt lief es nicht mehr so rund: Vor allem ein mit der BAWAG P.S.K. brachte ihn in Bedrängnis. Auch Vizebürgermeister Erich Watzl (ÖVP) hat seinen Hut genommenn. Dobusch sprach von einem seit Jahren geplanten Rückzug ohne Zusammenhang mit der Swap-Affäre, bei Watzl liegen u.a. persönliche Gründe vor.

"Habe keinen Tag bereut"

"Ich habe keinen Tag bereut", bilanzierte der 62-jährige Dobusch. Als seine Erfolge sieht er, dass sich Linz zu einer Kulturmetropole, zu einem sozialen Musterbeispiel und zur "saubersten Industriestadt" gemausert habe. Sein Nachfolger Luger formulierte als wichtigste Themen der nächsten Zeit die urbane Verkehrsentwicklung, einige noch ausstehende Stadtentwicklungsprojekte wie die Tabakfabrik sowie ein bei aller Sparnotwendigkeit soziales Budget.

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