Österreich

Linzer Rathaus: Portier drückte Alarm weg!

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:53

Das kleinste Rädchen in der hochkomplexen Überwachung des Linzer Rathauses hat versagt, einem Feuerattentäter freien Lauf gelassen: Wie Kriminalisten nach dem Anschlag auf das Büro von Stadträtin Susi Wegscheider (ÖVP) jetzt herausgefunden haben, hat ein privater Wachmann die stille Alarmierung einfach ignoriert.

Dieser Umstand ist mehr als peinlich: Jener Attentäter, der am 10. April um 1.48 Uhr fünf Brandsätze ins Büro der Linzer Stadträtin Susi Wegscheider geschleudert hatte ("Heute" berichtete), hätte gestoppt werden können. Bei den Ermittlungen kam jetzt heraus, dass der diensthabende Portier eines privaten Wachdienstes die Meldungen der Alarmanlage mehrmals ignoriert hatte.
„Statt nachzuschauen oder die Polizei zu alarmieren, hat er die Alarmmeldungen quittiert – ein sträflicher Fehler“, schütteln die Ermittler den Kopf. Wie berichtet, wurde keine zehn Minuten später Feueralarm ausgelöst, zeitgleich die Polizei alarmiert – viel zu spät, wie man jetzt weiß. Dem Attentäter gelang es, die fünf mit brennbarer Flüssigkeit gefüllten Bierflaschen ins Büro zu werfen, zu flüchten und hohen Sachschaden anzurichten.
Die Ermittlungen des Linzer Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) laufen indes weiter – bisher allerdings ohne Ergebnisse. Die Kriminalisten warten jetzt die Auswertung der am Tatort gesicherten DNA-Spuren ab. Außerdem hinterließ der Täter einen Fingerabdruck auf einem Brandsatz, der nicht in Flammen aufgegangen war. Unklar ist weiterhin auch, gegen wen sich der Anschlag gerichtet hat. Stadträtin Susi Wegscheider kann sich nicht erklären, warum ihr Büro angegriffen wurde.
Robert Loy

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