Betrugs-Prozess um angeblichen Lotto-Gewinn

Die 62-Jährige muss sich vor dem Linzer Landesgericht verantworten. Ihr drohen zehn Jahre Haft.
Die 62-Jährige muss sich vor dem Linzer Landesgericht verantworten. Ihr drohen zehn Jahre Haft.Bild: justiz.gv.at

Spannender Prozess Dienstag am Linzer Landesgericht: Es geht um einen angeblichen Lotto-Gewinn in den USA, eine offenbar gutgläubige Linzerin (62) und geborgten 660.000 Euro.

Mit einem angeblichen Anruf aus Amerika hat alles begonnen. Ein Unbekannter soll sich im Sommer 2016 bei einer Linzerin (62) gemeldet, ihr mitgeteilt haben, dass sie gewonnen habe. 2,5 Millionen Britische Pfund im texanischen Lotto.

Eigentlich hätte es da schon Klick machen müssen. Britische Pfund im amerikanischen Lotto? Pfund? Keine Dollar?

Doch die 62-Jährige glaubte, endlich reich zu sein. Zumindest sagt sie das.

Nur gab es da noch ein paar Problemchen, um an die Millionen zu kommen: Sie müsse vorher noch Steuern, Zölle, Gebühren sowie Anwalts- und Überweisungskosten zahlen. In Summe mehr als 660.000 Euro. Dann würde ihr aber sofort der Lotto-Gewinn überwiesen werden, habe ihr der Anrufer aus den USA gesagt.

Spätestens hier hätte es dann aber endgültig Klick machen müssen. Mehr als eine halbe Million Euro zahlen? Für einen Lotto-Gewinn?

Noch immer glaubte die Linzer aber fest an ihr Glück. Zumindest behauptet sie das.

Jetzt steht sie deswegen vor Gericht. Wegen Betrugs.

Zehn Jahre Gefängnis drohen

Anfang 2017 erzählte sie nämlich dann Bekannten von ihr von den angeblichen Lotto-Millionen. Und habe sich dann von fünf Freunden besagte 660.000 Euro ausgeborgt. Mehr als eine halbe Million davon habe sie dann auf ein Konto in Südafrika überwiesen, so die Staatsanwaltschaft.

Und jetzt stellen sich folgende Fragen: Hat die Frau vorsätzlich und unter falschem Vorwand ihren Bekannten das Geld herausgelockt? Hat sie ihre Freunde betrogen? Gab es womöglich nie einen Anruf aus den USA? Und was passierte mit den restlichen gut 100.000 Euro?

Diese Fragen versucht das Landesgericht heute, Dienstag, im Prozess zu klären.

Fest steht nur: Einen Lotto-Gewinn hat es mit Sicherheit nie gegeben.

Der bislang unbescholtenen Frau drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Ein psychiatrisches Gutachten wurde angeordnet.

(mip)

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