Israel hat eine Liste mit Namen von Geiseln erhalten, die am Samstag aus der Gefangenschaft der Hamas freigelassen werden sollen. Es handelt sich demnach um Eli Sharabi, Or Levy und Ohad Ben Ami. Im Gegenzug soll Israel 183 inhaftierte Palästinenser freilassen.
Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, der Regierungschef werde während seines offiziellen USA-Besuchs laufend über die Entwicklung unterrichtet. Die Hamas wirft Israel vor, die im Rahmen des Gaza-Deals vereinbarten Hilfslieferungen zu verzögern. Betroffen seien unter anderem Güter wie Zelte, Ausrüstung zur Trümmerbeseitigung und Treibstoff, sagte Hamas-Sprecher Abdul Latif al-Kanu laut einer Mitteilung. Israel bestreitet dies.
Ben Ami war am 7. Oktober 2023 gemeinsam mit seiner Frau Raz aus ihrem Zuhause im Kibbuz Beeri entführt worden. Raz war bereits während der Waffenruhe im November 2023 freigelassen worden und nach Israel zurückgekehrt. In Onlinenetzwerken waren Bilder von der Entführung aufgetaucht, in denen Ohad Ben Ami in T-Shirt und Unterhose zu sehen war. Ben Ami besitzt die israelische und die deutsche Staatsbürgerschaft. Er war in seinem Kibbuz für die Buchhaltung zuständig und gilt als passionierter Fahrradfahrer.
Eli Sharabi war ebenfalls zuhause, als die Hamas das Haus im Kibbuz Beeri stürmte. Die bewaffneten Männer erschossen den Hund der Familie, bevor sie Sharabis Frau und seine beiden Töchter im Teenager-Alter im Schutzraum einschlossen und diesen anzündeten. Die Leichen der drei wurden später identifiziert. Sharabi wurde in den Gazastreifen gebracht.
Or Levy und seine Frau Einav waren gemeinsam auf dem Supernova Musik-Festival in der Nähe des Kibbuz Reim im Süden Israels, als die Hamas angriff. Ihren zweijährigen Sohn hatten sie in die Obhut der Großeltern gegeben. Das Paar kannte sich seit der Schule. Sie versuchten sich entlang der Straße 232, dem einzigen Weg weg vom Festival, vor den Angreifern zu verstecken. Die 32-jährige Einav Levy wurde erschossen, Or Levy zusammen mit drei anderen Männern entführt.