Liste Pilz: Wiener Grüne mit antisemitischem Sujet

Diese Darstellung von Peter Pilz lässt derzeit bei der "seiner" Liste die Wogen der Empörung höher schlagen.
Diese Darstellung von Peter Pilz lässt derzeit bei der "seiner" Liste die Wogen der Empörung höher schlagen.Bild: LIste Pilz
Die Liste Pilz fordert von den Wiener Grünen eine Entschuldigung wegen der Verwendung eines, bereits wieder gelöschten, antisemitischen Videos.

Die Wiener Grünen dürften sich den Auftakt für die Wahl eines neuen Vorsitzenden wohl einfacher vorgestellt haben: Bereits kurz nach dem Start ihrer Kampagne muss sich die Landesparteiorganisation nämlich schwerwiegender Vorwürfe erwehren. Der Stein des Anstoßes liegt in einem Video, das den Listengründer und Ex-Grünen Peter Pilz als giftigen Fliegenpilz darstellt. Der Geschäftsführende Klubobmann der Liste Pilz, Bruno Rossmann, sieht darin aber eine antisemitische Beleidigung des kürzlich von Maria Stern als Parteichef abgelösten Peter Pilz.

Fliegenpilz-Sujet wurde auch von Nazis verwendet

Zum Hintergrund der Kritik: Die Nationalsozialisten und auch moderne rechtsextreme verwendeten bzw. verwenden ähnliche Darstellungen, um jüdische Mitbürger erkenntlich zu machen. Einige dieser fraglichen Darstellungen fanden sich laut Rossmann etwa im Kinderbuch "Der Giftpilz" aus dem Jahr 1938. Dieses war vom Hauptschriftleiter der nationalsozialistischen Wochenzeitung "Stürmer" namens Ernst Hiemer geschrieben worden. Kindern sollte mithilfe dieses Buches dabei "geholfen" werden, jüdische Mitbürger anhand von visuellen Vorurteilen zu identifizieren.

Liste Pilz verlangt eine "persönliche Entschuldigung"

Bruno Rossmann fordert von den Wiener Grünen jetzt einerseits eine Erklärung dafür, warum man auf diese antisemitische Darstellung zurückgegriffen hatte, andererseits verlangt er eine sofortige und persönliche Entschuldigung der Verantwortlichen bei Peter Pilz selbst. Außerdem will Rossmann von den Wiener Grünen wissen, wer für diese Darstellung verantwortlich gewesen sei und warum das Video jetzt wiederum einfach kommentarlos gelöscht wurde.

Antisemitismus-Vorwürfe für Wiener Grüne "absurd"



Inzwischen erreichte "Heute" eine erste Replik der Wiener Grünen zur Causa: „Die Vorwürfe sind absurd. Wir wollten damit zeigen, dass die Vergangenheit abgeschlossen ist", heißt es von der Landespartei. (mat)

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