0:0! Nach der 1:2-Niederlage gegen Hartberg in der vergangen Woche folgte am Samstag für die Austria im Ländle die nächste Enttäuschung. In Altach hatten Peter Stöger und sein Team einen Auswärtssieg angepeilt, um im Rennen um die Top Sechs nicht ins Hintertreffen zu geraten. Stattdessen zeigten die Veilchen eine weitere müde Leistung und mussten sich gegen den Vorletzten der Bundesliga am siebenten Spieltag mit einem Punkt zufrieden geben.
Die SV Ried machte beim 2:0-Heimsieg gegen Hartberg indes einen wichtigen Schritt aus der Krise. Die Oberösterreicher gaben mit dem zweiten Saisonsieg die rote Laterne an die Admira an, die allerdings erst am Sonntag im Einsatz sein wird.
Die WSG Tirol schlug den spusu SKN St. Pölten auswärts mit 1:0, rettete den Sieg in Unterzahl über die Zeit.
Stöger hatte seine Mannschaft am letzten Samstag für die Anfangsphase gegen Hartberg hart kritisiert. Er hatte sein Team "langsam, behäbig" genannt, gesagt, er sei zum ersten Mal enttäuscht. "Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Wir sind noch nicht so weit oder nicht gut genug", hatte der 54-Jährige aufhorchen lassen.
Diese Botschaft war wohl als Weckruf gedacht, konnte seine Veilchen aber nicht wachrütteln. Vor allem in der Vorwärtsbewegung präsentierten sich die Gäste auch im Ländle über weite Strecken zahnlos, langsam, behäbig. 42 Prozent Ballbesitz, zwei Schüsse auf das gegnerische Tor – Altach wurde vor keine großen Probleme gestellt. Die Vorarlberger probierten mehr, konnten sich aber ebenso zu wenige klare Torchancen erarbeiten. Austria-Goalie Patrick Pentz konnte sich mit einigen Paraden auszeichnen.
Bei der Austria schied zudem Christoph Monschein verletzt aus. Noch gibt es keine Informationen, ob es sich um eine Vorsichtsmaßnahme oder eine gröbere Verletzung handelt.
Die Punkteteilung bringt beide Teams nur bedingt weiter. Die Austria droht als Sechster mit acht Punkten aus sieben Spielen aus den Top Sechs zu rutschen, unter den ominösen Strich. Nur die besten sechs Teams qualifizieren sich für die Meisterrunde. Altach ist mit fünf Zählern Vorletzter und könnte am Samstag hinter die Admira zurückfallen.
Austria-Trainer Stöger: "Die letzten Ergebnisse waren bei beiden Teams nicht optimal. Dann schaust du halt, dass der Defensiv-Verbund besser funktioniert. Im offensiven Bereich haben wir keine optimalen Lösungen gefunden. Das 0:0 ist das logische Ergebnis. Es war schwierig. Der Dreierverbund von Altach hat das sehr gut zusammengehalten. Körperbetonte Truppe da hinten. Wir konnten die Bälle nicht richtig sichern, auch nicht einmal durchspielen in den Bereich, in dem es gefährlich wird. Wenn der Gegner gut organisiert ist, kannst du nicht erwarten, dass du zu 10, 15 Torchancen kommst."
Aufsteiger Ried befreite sich mit einem 2:0-Heimsieg über Hartberg aus dem Tabellenkeller. Im siebenten Saisonspiel feierten die Wikingern den erst zweiten Sieg. Der erste war zum Auftakt gegen Wattens gelungen. Wie schon am ersten Spieltag schmeichelte das Ergebnis den Riedern auch am Samstag.
Hartberg war spielerisch überlegen, erarbeitete sich über das gesamte Spiel hinweg eine Vielzahl an Chancen. Drei Mal trafen die Steirer das Aluminium. Insgesamt schossen die Gäste 26 Mal in Richtung Tor, sechs Mal musste Ried-Keeper Samuel Sahin-Radlinger retten.
Auf der Gegenseite zeigten sich die Hausherren effizient. Aus drei Torschüssen erzielten die Rieder zwei Treffer. Stefan Nutz schlug in Minute 17 eiskalt zu. Seth Paintsil eroberte in Minute 52 den Ball im gegnerischen Strafraum und schob ein. Ried-Trainer Gerald Baumgartner hatte im Vorfeld des Spiels als angezählt gegolten. Der 2:0-Sieg sollte auch ihm früh in der Saison wieder etwas Luft verschaffen.
Baumgartner: "Wir haben uns selber belohnt. Wir hatten einen enormen Druck und haben dem standgehalten. Das war ein enormer Schritt in die richtige Richtung. Das tut natürlich allen gut im gesamten Umfeld."
Der SKN verlor als Tabellenvierter überraschend gegen die WSG Tirol. Wattens setzte sich als überlegene Mannschaft in Niederösterreich mit 1:0 durch. Die Gäste hielten St. Pölten weitestgehend vom eigenen Tor fern, Schlussmann Ferdinand Oswald musste keinen einzigen Ball halten. Florian Rieder war mit seinem Treffer in Minute 31 der große Matchwinner.
Die Gelb-Rote Karte von Rogelj brachte Wattens eine halbe Stunde vor Schluss noch einmal ins Schwitzen. Der SKN konnte aus seiner numerischen Überlegenheit aber keinen Profit schlagen. Die WSG ist mit acht Punkten aus sieben Spielen Siebenter, punktegleich mit der Wiener Austria.