Der Sieg ging derweil überraschend an den Deutschen Linus Straßer. Der 29-Jährige - nach Lauf eins noch auf dem fünften Rang, warf im entscheidenden zweiten Durchgang alles in die Waagschale, hängte den Norweger Atle Lie McGrath um gerade einmal drei Hundertstel ab. Feller hatte als Dritter 0,39 Sekunden Rückstand.
Für Straßer war es der dritte Weltcup-Erfolg seiner Karriere, der Zweite in seinem Spezialslalom. "Heute hab ich gemerkt, dass es passt, schon im ersten Durchgang. Es ist unglaublich, hier zu gewinnen, das sind Ski-Fanatiker hier", lachte der gebürtige Münchner.
"Ich habe mir meinen Daumen wehgetan, habe Zagreb und Adelboden verpasst, Wengen und Kitzbühel waren schlecht. Heute habe ich mir gesagt, ich will einfach nur fahren. Das war ein sehr cooler Tag", lachte McGrath.
Dabei sah es nach dem ersten Durchgang noch nach einem echten Debakel für den ÖSV aus. Feller lag nur auf dem 28. Platz, katapultierte sich mit der Laufbestzeit im zweiten Durchgang allerdings um 25 Plätze nach vor. Eine sensationelle Aufholjagd. Und das nur Stunden nachdem Feller, der in Kitzbühel noch nach einem positiven Corona-Test fehlte, aus der behördlichen Quarantäne entlassen worden war. Marco Schwarz, der im ersten Lauf auf Rang 24 lag, schob sich auf den 17. Platz vor (+1,37).
Im Finish warfen die besten Slalom-Läufer der Saison dann neuerlich die Nerven weg. Der Halbzeit-Führende Kristoffer Jakobsen aus Schweden fädelte bereits beim dritten Tor ein. Clement Noel kam nicht über Platz neun hinaus (+0,63) und Lucas Braathen rutschte auf Rang zwölf (+0,77) zurück.