YES! Thiem ringt "Grätz'n" Kyrgios in 5 Sätzen nieder

Dominic Thiem
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Dominic Thiem hat's gepackt! Gegen einen unheimlich giftigen Nick Kyrgios setzte er sich nach fünf Sätzen bei den Australian Open durch.

Thiem spielte in einem unglaublichen Tennis-Krimi nicht nur gegen Kyrgios, sondern auch gegen das euphorische Publikum. Von den Fans angestachelt legte der Australier mit 2:0 in Sätzen vor. Doch der Niederösterreicher fand immer mehr zu seinem Spiel, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, siegte am Ende nach 3:21 Stunden mit 4:6, 4:6, 6:3, 6:4 und 6:4 und steht im Achtelfinale der Australian Open.

Österreichs Nummer eins erwischte einen denkbar schlechten Start, fing sich gleich das Break zum 0:1 ein. Der Australier bejubelte jeden Punkt fast übertrieben euphorisch, die knapp 7.000 Fans in der John-Cain-Arena peitschten Kyrgios unaufhörlich an. Ein angedeuteter Aufschlag von unten da, ein Tweener dort - allerdings waren es nicht nicht die Mätzchen des Tennis-Rüpels, sondern das eigene Spiel, das Thiem den ersten Satz kostete. Die ersten Aufschläge kamen nicht, dazu viel zu viele einfache Fehler. Der Lokalmatador holte Set 1 mit 6:4.

Die Stimmung erinnerte ein wenig an alte Davis-Cup-Schlachten, fast Bierzelt-Atmosphäre herrschte in Melbourne - ein letztes Mal, denn ab Mitternacht tritt ein fünftägiger Lockdown ein. Das fast volle Stadion gegen ihn schien Thiem immer mehr zu hemmen, der Lichtenwörther haderte mit sich selbst, brachte seine Offensive Mal um Mal nicht zum Laufen. Kyrgios zermürbte Österreichs Nummer eins, breakte ihn zum 5:4, servierte frech von unten zum 6:4 und damit zur 2:0-Satz-Führung aus.

Thiem versuchte cool zu bleiben, sich keine Emotionen anmerken zu lassen. Am Anfang des dritten Satzes war's dann soweit, mit seinem ersten Break zog Österreichs Nummer eins auf 3:0 davon, war wieder voll in der Partie. Plötzlich begann Kyrgios mit sich selbst zu schimpfen, kritisierte sogar die eigenen Fans. Die Nummer drei der Welt wehrte sich erfolgreich gegen das Aus, gewann Set 3 souverän mit 6:3 - da flog auch zum ersten Mal der Schläger von Kyrgios.

Die Ice-Man-Taktik von Thiem zeigte weiterhin Wirkung beim Australier, der immer mehr zu matschgern begann. Es blieb aber ein absoluter Nervenkrimi, weil Kyrgios weiterhin sehr stabil seine Aufschläge durchbrachte - bis zum 4:4, dann war's soweit: Thiem holte sich das unheimlich wichtige Break zum 5:4, servierte zum 6:4 und 2:2 nach Sätzen aus - es ging über fünf Sets, da schlug sich Kyrgios selbst mit dem Schläger ein paar Mal auf den Kopf.

Es war alles angerichtet für den ultimativen Showdown um das Achtelfinale. Der Australier versuchte es mit neuen Tricks, kassierte für zu langes Stöhnen sogar einen Strafpunkt. Immer wieder diskutierte Kyrgios mit dem Referee, ein Rhythmus-Brecher für Thiem. Die Sache im Hexenkessel spitzte sich immer mehr zu, schon über drei Stunden dauerte die Partie.

Österreichs Tennis-Aushängeschild packte erstmals nach 3:09 Minuten die Faust aus! Das vorentscheidende Break zum 4:3 war endlich da. Plötzlich war es ganz still am Court. Im letzten Game versuchte das Publikum noch einmal Kyrgios zu pushen, doch Thiem behielt die Nerven und siegte am Ende in einem hochdramatischen Spiel 4:6, 4:6, 6:3, 6:4 und 6:4.

Im Achtelfinale der Australian Open wartet nun mit Grigor Dimitrow (BUL) ein weiterer schwerer Brocken.

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