Mit 1:16,609 drehte der Siebenfach-Weltmeister auf dem Hungaroring mit seinem letzten Outing die schnellste Runde, fuhr die 104. Pole Position seiner Karriere ein – es war die neunte Pole auf dem Hungaroring. Und die fiel besonders knapp aus. Denn der Vorsprung auf Doppel-Weltmeister Max Verstappen betrug gerade einmal drei Tausendstel. "Es war ein verrücktes Jahr. Ich freue mich einfach, hier zu stehen. Das Team hat so hart gearbeitet. Dass wir heute um die Pole mitfahren können, hätte ich nicht gedacht", so der sichtlich überraschte Brite.
Der Niederländer war nach dem ersten Outing noch Schnellster, vergab aber selbst die sechste Pole in Serie, der 25-Jährige patzte in seinem zweiten Versuch, konnte sich nicht mehr verbessern. "Ich habe das gesamte Wochenende mit der Balance gekämpft, hatte auch in den ersten Abschnitten Schwierigkeiten. Der erste Versuch war eigentlich ganz gut. Eigentlich sollten wir mit dem Auto ganz vorne stehen", zeigte sich Verstappen zerknirscht.
Lando Norris als Dritter (+0,085) und Oscar Piatri (+0,296) mit Rang vier komplettierten ein neuerlich starkes McLaren-Ergebnis. "Ich bin enttäuscht, wenn man um eine Zehntel an der Pole vorbei fährt, ich habe zu viele Fehler gemacht. Man kann hier nicht gut überholen, deshalb bin ich frustriert", ärgerte sich Norris.
Überraschend stark waren die Alfa Romeos von Guanyu Zhou als Fünter (+0,362) und Valtteri Bottas auf Rang sieben (+0,425), die Ferrari-Ass Charles Leclerc (+0,383) in die Zange nehmen. Sergio Perez im zweiten Red Bull blieb als Neunter (+0,436) einmal mehr hinter den Erwartungen zurück.
Hamilton-Teamkollege George Russell musste seinen "Silberpfeil" bereits nach dem Q1 abstellen. Der Brite war im dichten Verkehr hängen geblieben, brachte keine schnelle Runde zusammen und musste sich mit Rang 18 begnügen. Carlos Sainz im zweiten Ferrari schrammte als Elfter haarscharf am Q3 vorbei.
Comebacker Daniel Ricciardo legte im Alpha Tauri eine echte Talentprobe hin. Der 34-jährige Australier, auf den entlassenen Nyck de Vries folgte, war auf Anhieb schneller als sein Teamkollege Yuki Tsunoda (17.) und klassierte sich auf dem 13. Platz. Da sind sogar Punkte in Griffweite.
Das Qualifying auf dem Hungaroring wurde erstmals testweise mit einem neuen Reifenreglement ausgetragen. Alle Piloten mussten im ersten Segment den harten Reifen aufziehen, im Q2 dann die Mediums und im finalen Abschnitt mit dem Soft-Reifen fahren. Dadurch wurden die zur Verfügung gestellten Reifensätze pro Fahrer auch von 13 auf elf Garnituren reduziert.