Einmal ganz tief durchatmen! Das 1:1 gegen Norwegen reicht gerade noch zum Gruppensieg in der Nations League, weil man am ersten Spieltag 2:1 gegen die Nordeuropäer gewann. Damals machte es Spaß dem ÖFB-Team zuzuschauen, aktuell herrscht die große Harmlosigkeit. Erst in der 94. Minute vermied Adrian Grbic eine peinliche Niederlage.
Schwere Kost im leeren Happel-Oval! Zur gespenstischen Stimmung im Wiener Prater gesellte sich wieder einmal eine schwer durchwachsene Leistung der ÖFB-Elf hinzu. Die wild zusammengewürftele, norwegische Elf wikte spritziger und ambitionierter, kam auch gleich drei Mal gefährlich vor das Tor von Pavao Pervan.
Was kam von Österreich? Ballgeschiebe von David Alaba und Co., der Bayern-Star wirkte in der Offensivrolle am linken Flügel abermals wie ein Fremdkörper. Einzig China-Legionär Marko Arnautovic sorgte für ein bisschen Schwung, verzog aber nach genau einer halben Stunde mit einem schönen Drehschuss knapp am Kreuzeck.
Die Foda-Elf spielte sich auch nach der Pause mit dem Feuer. Während offensiv Arnautovic den Alleinunterhalter gab, hätte sich Martin Hinteregger über einen Elferpfiff nicht beschweren dürfen. Schiri Benoit Bastien hatte seinen Rempler gegen Mats Möller Dähli nicht gesehen.
Nach einer Stunde hat sich der unermüdliche Einsatz der norwegischen Notfall-Mannschaft ausgezahlt. Ex-Rapidler Veton Berisha lief der Verteidigung davon, dann rutschte auch noch Andreas Ulmer weg, Ghayas Zahid netzte zum 1:0 für die Nordeuropäer.
Der Teamchef reagierte mit der Hereinnahme von Ardian Grbic, der nur fünf Minuten nach dem Rückstand das 1:1 nach einer Alaba-Vorlage auf dem Fuß hatte. Sonst herrschte abermals die große Tristesse im Spiel der Österreicher. Bemerkenswert: Die Norweger, die nur einmal miteinander trainiert hatten, wirkten besser eingespielt als die ÖFB-Stars, die eine wahre Fehlpassorgie ablieferten.
Mit Hängen und Würgen wurde es dann doch noch ein 1:1-Unentschieden. Grbic schob mit seinem vierten Treffer im siebenten Spiel die Kugel in der Nachspielzeit genau ins lange Eck - damit steigt man in die Elite der 16 besten Teams in Europa auf. Mit solchen Leistungen hat man dort aber wahrscheinlich wenig verloren. Auf Teamchef Franco Foda wartet viel Arbeit, um der ÖFB-Elf wieder eine spielerische Linie einzuimpfen.