Bei der Rückkehr der Ski-Damen ins norwegische Kvitfjell raste die Super-G-Bronzemedaillengewinnerin der WM in Meribel in einem echten Hundertstel-Krimi zum Sieg, setzte sich mit einer kompromisslosen Fahrt mit 1:26,83 nur eine Hundertstelsekunde vor der Italienerin Elena Curtoni durch. Es war der vierte Weltcup-Erfolg für die steirische Speed-Läuferin. Und eine echte Erlösung für die rot-weiß-roten Ski-Damen. Hütter selbst hat mit den 100 Punkten wieder eine Chance auf die Super-G-Kristallkugel.
"In Crans-Montana ist es mir emotional nicht gut gegangen. Das musste einfach raus. Heute war es gutes Skifahren. Es war ein brutaler Fight, extrem knapp. Es ist schön, dass die Hundertstel auf meiner Seite sind", strahlte Hütter im Ziel.
Lara Gut-Behrami aus der Schweiz klassierte sich mit bloß zwölf Hundertstelsekunden Rückstand auf Rang drei, unmittelbar vor Mikaela Shiffrin, die weiterhin auf ihren 86. Weltcup-Erfolg, mit dem sie die Rekordmarke des Schweden Ingemar Stenmark knackt, warten muss. Shiffrin war im obersten Streckenteil noch die Schnellste, verlor im Zielschuss aber zu viel Zeit.
Damit ist auch die Entscheidung im Gesamtweltcup vertagt. Die 27-jährige US-Amerikanerin führt jedoch acht Rennen vor dem Saisonende weiterhin komfortabel, hat 761 Punkte Vorsprung auf Gut-Behrami.
Speed-Spezialistin Sofia Goggia nahm neuerlich volles Risiko, und übertrieb es. Die Italienerin schied mit klarer Zwischenbestzeit aus, fuhr am Tor vorbei.
Ein starkes ÖSV-Teamergebnis komplettierten Franziska Gritsch (+0,50), Mirjam Puchner (+0,622) und Stephanie Venier (+0,80), die sich auf den Rängen sieben bis neun klassierten. Nicole Schmidhofer meldete sich mit Rang 13 (+0,90) in der erweiterten Weltspitze zurück.
Am Sonntag steht im norwegischen Ski-Ort noch ein zweiter Super-G auf dem Programm, am Samstag steigt die Abfahrt.