Wolfsberg überrollt völlig desolates Rapid 4:1

Wolfsberg jubelte gegen Rapid.
Wolfsberg jubelte gegen Rapid.Gepa
Wolfsberg feiert gegen Rapid den fünften Sieg in Folge. Die Kärntner fertigen die Wiener mit 4:1 ab, schicken die Gäste zurück in Tabellenhälfte zwei.

4:1! Der Wolfsberger AC feiert am Sonntag in der 14. Runde der österreichischen Bundesliga einen souveränen Heimsieg gegen den SK Rapid. Die Wiener sind gegen die gelöst aufspielenden Hausherren chancenlos, können nur in vereinzelten Konter-Situationen für Gefahr sorgen.

Der WAC siegt auch in der Höhe verdient und überholt mit dem fünften Sieg in Serie Sturm Graz in der Tabelle, ist neuer Zweiter. Zumindest vorübergehend. Das geplante Spiel der Blackys in Altach musste aufgrund zahlreicher Coronafälle im Team von Sturm abgesagt werden, wird am 1. Dezember nachgeholt.

Für Rapid geht es zurück in die untere Tabellenhälfte. Nach zuletzt vier ungeschlagenen Partien rutschen die Hütteldorfer hinter Rivale Austria zurück auf Rang acht. Mit der mageren Punkteausbeute von 16 Zählern und 14 Spielen und der desolaten Leistung bei der sechsten Saisonniederlage wird der Druck auf Trainer Didi Kühbauer wieder größer.

Bei Rapid rauchen die Köpfe

Kühbauer reagiert bei Sky mit einer Wutrede gegen das eigene Team: "Das war heute von der ersten bis zur 90. Minute eine Qual. Das war enttäuschend und beschämend. Beim einen oder anderen Spieler war heute nicht zu erkennen, dass sie wissen, was es bedeutet, für Rapid zu spielen. Das ist nicht Rapid, das ist dann irgendeine Mannschaft. Mit dem fange ich nichts an. Wir hatten heute nur eine Richtung, die nach vorne. Die nach hinten wurde vergessen. Spiele werden hinten gewonnen. Das werden sie sicher von mir hören. Das wird kein Kindergeburtstag. Die alten Spiele sollten schon junge Spieler führen. Die Jungen brauchen noch ihre Zeit. Aber die erfahrenen Spieler müssen diese Mannschaft führen. Wenn ich selber nur meine eigene Suppe koche, wie es heute der Fall war. Natürlich ist ein Trainer immer Schuld. Aber das ist nicht das Rapid, das ich vertrete."

Rapids Thorsten Schick findet ebenfalls klare Worte: "Wir haben einfach viel zu billige Gegentore bekommen. Wir analysieren den WAC, wissen, was sie bei Standards machen, und kriegen genau so ein Tor. Wenn du so naiv verteidigst, brauchst du dich nicht wundern, wenn du vier Gegentore bekommst. Qualität haben wir schon, aber wir bekommen sie nicht auf den Platz. Unsere Saison ist eine klassische Achterbahn. Wir müssen die Köpfe jetzt freibekommen, klar analysieren."

Rapid chancenlos

Die Hausherren legen im mit 3551 Zuschauern nicht besonders gut besuchten Stadion mit großem Tempo vor. Matthäus Taferner hat schon in der dritten Minute die Führung auf dem Fuß, scheitert noch an Keeper Paul Gartler. In der 22. Minute schlägt der erst 18-jährige Adis Jasic zu. Er vollendet eine traumhafte Kombination über mehrere Stationen nach Zuspiel von Cheikhou Dieng zum 1:0 (22.).

David Gugganig erhöht nach einem Eckball in Minute 31 auf 2:0. Es ist der angesprochene Eckball-Trick der Kärntner, der Schick auf die Palme bringt.

Rapid schlägt postwendend ebenfalls nach einem Eckball zu. Innenverteidiger Emanuel Aiwu verkürzt (33.). Noch vor der Pause zündet aber Dieng in zwei Situationen den Turbo, scheitert erst an Gartler, erzielt dann das 3:1 mit dem Pausenpfiff (46.).

Dieng, der zuletzt nicht zum Stammpersonal zählte: "Ich habe geduldig auf diesen Tag gewartet und bin jetzt glücklich."

Eliel Peretz macht nach dem Seitenwechsel alles klar (63.).

Rapid hat Wolfsberg überhaupt nichts entgegenzusetzen. Es gibt kein Aufbäumen, keine Schlussoffensive. Alarmierend auch die Worte von Torschütze Aiwu: "So wie wir als Mannschaft auftreten, das darf nicht passieren. Wir waren nicht geschlossen. Jeder hat sein eigenes Ding gemacht. Es ist schwer zu sagen, was der Hauptgrund ist. Wir müssen als Mannschaft kompakt auftreten, müssen alle an einem Strang ziehen. Nur so kommt man da raus. Vielleicht setzen wir uns einmal alle zusammen, man muss das ansprechen. So kann es nicht weitergehen."

Wolfsberg-Trainer Robin Dutt reagiert mit verhaltener Freude: "Wir sind momentan in einer richtig guten Form, haben einen Lauf."

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