Fussball

2:7! Rapid kassiert Rekord-Pleite gegen Bullen

Rapid schlittert nach einer Führung ins Debakel. Salzburg fügt den Wienern die höchste Liga-Niederlage der Geschichte zu, greift nach dem Titel.
24.06.2020, 19:44

2:7! Red Bull Salzburg demütigte Rapid, das die höchste Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte einstecken musste. Die Bullen drehten ein 0:1, feierten im Allianz Stadion drei Runden vor Saisonende einen Kantersieg und dürfen den Meistersekt einkühlen.

Rapid geht unter

Ercan Kara brachte die Hütteldorfer schon nach 19 Minuten in Führung. Der 24-Jährige profitierte von einem Schnitzer von Enock Mwepu, der ausgerutscht war. Das 1:0 ging in Ordnung, Rapid stellte die Bullen in der Anfangsphase vor Probleme. Bitter für die Hausherren: Das Schiedsrichterteam rund um Manuel Schüttengruber erkannte eine Abseitsstellung von Patson Daka nicht, der den Ball zu Torschützen Noah Okafor spitzelte. Das 1:1 hätte nicht zählen dürfen (22.).

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Die Abseitsposition von Patson Daka wurde nicht geahndet.
Screenshot

Rapid haderte mit der Fehlentscheidung, verlor den Faden. Weil Filip Stojkovic bei einem Zweikampf leicht zu Boden ging, der erhofften Pfiff des Schiris ausblieb, konnte Mwepu seinen Fehler vom 0:1 wettmachen und das Spiel auf den Kopf stellen (30.).

Das Trainerteam um Didi Kühbauer schäumte, Wechselspieler Taxiarchis Fountas schimpfte von der Seitenlinie zu laut. Er sah die fünfte Gelbe im laufenden Bewerb und ist gegen Sturm gesperrt.

Die starke Anfangsphase war vergessen, Rapid fühlte sich ungerecht behandelt, verzettelte sich und zeigte Auflösungserscheinungen. Dominik Szoboszlai erhöhte mit einem sehenswerten Halbvolley auf 3:1 (39.), Albert Vallci schockte die Hausherren mit dem vierten Streich kurz vor dem Pausenpfiff (45.).

Salzburg spielte sich in einen Rausch. Kara traf zum zweiten Mal, dieses Mal ins falsche Tor. Den Rapid-Stürmer erreichte der Ball nach einem Eckball unerwartet, er hatte keine Zeit mehr das 1:5 zu verhindern (60.). Ex-Teamkapitän Zlatko Junuzovic erzielte ein Weltklassetor zum 6:1. Er verwertete einen Eckball an die Strafraumgrenze volley per Latte (65.).

"Clemens, das ist für dich", widmete Junuzovic den Treffer seinem Sohn. Der Ball schlug mit 104 km/h im Netz ein.

Thorsten Schick legte Patrick Farkas im Sechzehner, Hwang Hee-chan stellte per Elfmeter auf 7:1 (79.). Fountas betrieb in Minute 92 noch Ergebniskosmetik zum 2:7-Endstand.

Historische Pleite

Rapid musste zum ersten Mal in der Bundesligageschichte sieben Gegentreffer hinnehmen. Noch nie verloren die Wiener in der Liga so hoch. Die bisher höchsten Pleiten im Bewerb waren das 1:6 gegen die Austria im Derby 2018 und das 1:6 bei Salzburg 2014.

Die Wiener verlieren Platz zwei in der Tabelle an den LASK, der am Nachmittag in Hartberg mit 5:1 gewonnen hatte.

Salzburg ist der Titel mit acht Punkten Vorsprung auf die Linzer kaum noch zu nehmen. Einzig die angekündigte Klage (Ständig Neutrales Schiedsgericht) gegen das Urteil des Protestkomitees, das die Strafe gegen den LASK wegen der verbotenen Corona-Trainings von sechs auf vier Punkte Abzug reduzierte, könnte die Meisterschaft noch spannend machen. Ein mögliches Urteil ist allerdings erst nach Saisonende zu erwarten.